Aktualisiert 18.05.2005 11:49

Grossaufmarsch von brasilianischen Bauern

Rund 12 000 brasilianische Bauern und Landarbeiter haben am Dienstag im Zentrum der Hauptstadt Brasilia demonstriert. Sie forderten von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva eine baldige Ararreform.

Lula müsse sein Versprechen halten und bis zum Jahr 2006 an 430 000 Familien Land verteilen, forderten die Mitglieder der Bewegung der landlosen Landarbeiter (MST) bei der Kundgebung. Die Demonstranten waren in einem 200 Kilometer langen Protestmarsch von der zentralen Provinz Goias in die Hauptstadt gezogen.

Bei Zusammenstössen zwischen landlosen Bauern und Polizisten wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Bauern vor. Mehr als 30 Demonstranten und 20 Polizisten erlitten Prellungen und Knochenbrüche.

Die Bauern schwenkten rote Flaggen und demonstrierten unter anderem vor der US-Botschaft gegen die Schaffung einer amerikanischen Freihandelszone (FTAA) und gegen die Politik des Internationalen Währungsfonds.

«Wir haben Lula gewählt, weil wir davon träumten, dass er Änderungen herbeiführt. Dass er eine Agrarreform angeht, Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaftspolitik ändert», sagte ein MST-Mitglied. «Mit diesem Marsch wollen wir ihn zwingen, sein Versprechen zu halten.»

Die traditionell mit der Arbeiterpartei des Präsidenten verbundene linksgerichtete MST hat gedroht, Land zu besetzen und Lula die Unterstützung zu entziehen, wenn er nicht sein Versprechen einhält.

Laut MST haben rund vier Millionen brasilianische Familien keinen eigenen Landbesitz. Lula hatte nach seinem Amtsantritt erklärt, bis zum Ende seines Mandats 2006 an 430 000 Familien Land zu verteilen. Bislang haben nach den Angaben jedoch nur 60 000 Familien eigenen Grund und Boden erhalten. (sda)

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