Aktualisiert 14.06.2004 15:11

Grossauftrag für ABB

Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern baut ein weiteres Stromübertragungssystem am umstrittenen Drei-Schluchten-Kraftwerk in China - diesmal in die Provinz Shanghai.

Der Auftrag hat einen Wert von 390 Mio. Dollar.

Gemäss dem Auftrag werde ABB eine 3000-Megawatt-Verbindung vom Wasserkraftwerk am Jangtsee in den Osten Chinas planen und bauen, teilte der Konzern am Montag mit. Das Übertragungssystem soll die rund 1100 Kilometer entfernte Wirtschaftsregion mit Strom versorgen. Es ist laut Medienmitteilung der grösste Auftrag für ein Stromübertragungsprojekt.

Die Arbeiten würden unmittelbar aufgenommen. Das Fernleitungsprojekt soll in drei Jahren abgeschlossen sein. Damit werde der normale Zeitplan für ein Vorhaben dieser Grösse um ein Jahr unterschritten, gab das Unternehmen weiter bekannt. Die Produkte werden teilweise in Schweden und in der Schweiz hergestellt.

Zu den Konkurrenten für den Auftrag einer Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) zählte auch der deutsche Technologiekonzern Siemens. Je zwei Grossaufträge im Rahmen des Staudamm-Projekts konnten sich ABB und Siemens bisher angeln, davon ist je eine Übertragungsleitung bereits in Betrieb. Dank der HGÜ- Technik ist es möglich, riesige Strommengen ohne grosse Verluste über weite Distanzen zu transportieren.

ABB ist seit 1992 in China präsent - mit 6500 Angestellten in über 20 Fabriken. Der ABB-Umsatz im Reich der Mitte blief sich 2003 auf 1,6 Mrd. Dollar. Dabei erwirtschaftete allein die Division «Power Technologies» 900 Mio. Dollar.

Umstrittenes Mammutprojekt

Der Drei-Schluchten-Staudamm in der zentralchinesischen Provinz Hubei soll das grösste Wasserkraftwerk der Welt werden. Eine Fläche von 632 Quadratmetern wird seit letztem Sommer bereits geflutet, die erste Stromproduktion ist in Betrieb.

Insgesamt werden 1,2 Millionen Anwohner umgesiedelt. 13 Städte und 116 Dörfer im oberen Flusslauf des Jangtse verschwinden unter Wasser. Das 25-Milliarden-Dollar-Mammutprojekt wird auch wegen seiner möglichen Auswirkungen auf die Umwelt scharf kritisiert. Wenn die Kraftwerke aber 2009 endgültig in Betrieb genommen werden, sollen 26 Turbinen jährlich 22 400 Megawatt Strom erzeugen. (sda)

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