Bangladesch: Grossbrand in Flüchtlingslager macht Zehntausende obdachlos
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BangladeschGrossbrand in Flüchtlingslager macht Zehntausende obdachlos

Ein Feuer im wohl grössten Flüchtlingslager der Welt hat bisher 30 Todesopfer gefordert. Weil der Brand in hügeligem Gebiet ausgebrochen war, gestalteten sich die Löscharbeiten als schwierig.

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DPA/pco
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In Bangladesch ist am Montagnachmittag in einem Lager mit hunderttausenden Rohingya-Flüchtlingen ein Grossbrand ausgebrochen.

In Bangladesch ist am Montagnachmittag in einem Lager mit hunderttausenden Rohingya-Flüchtlingen ein Grossbrand ausgebrochen.

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Wie es zum Brand kam, ist noch nicht abschliessend geklärt. Es wird vermutet, das Feuer könnte von einem Gaskocher ausgegangen sein. 

Wie es zum Brand kam, ist noch nicht abschliessend geklärt. Es wird vermutet, das Feuer könnte von einem Gaskocher ausgegangen sein.

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Weil der Zugang zum Brand für grosse Fahrzeuge nur schwer möglich ist, wird das Feuer mit Wasserketten bekämpft. 

Weil der Zugang zum Brand für grosse Fahrzeuge nur schwer möglich ist, wird das Feuer mit Wasserketten bekämpft.

ROHINGYA RIGHT TEAM via REUTERS

Darum gehts

  • Im wohl grössten Flüchtlingslager der Welt, in Bangladesch, ist ein Grossbrand ausgebrochen.

  • Über 80’000 Menschen mussten flüchten und sind jetzt grösstenteils obdachlos.

  • Laut verschiedenen Quellen sind bei dem Feuer rund 30 Personen gestorben.

In Bangladesch ist am Montagnachmittag in einem Lager mit hunderttausenden Rohingya-Flüchtlingen ein Grossbrand ausgebrochen. Laut Angaben der Hilfsorganisation Helvetas konnte es gegen Abend in Schach gehalten werden, noch könne der Schaden des Brandes aber nicht abgeschätzt werden. Feuerwehr, Polizei und Armee seien vor Ort. In dem betroffenen Gebiet hätten mindestens 150’000 Menschen in Hütten gelebt.

Zugang zu Brandherd erschwert

Für Barbara Dietrich, Regionalkoordinatorin bei Helvetas für Bangladesh, ist der Brand aus zwei Gründen so verheerend. Einerseits ist er in einem sehr hügeligen Gebiet ausgebrochen. Zudem leben hier 80’000 Menschen auf engstem Raum in Hütten aus Bambus. Das macht bei einem Brand die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge praktisch unmöglich. «Und wenn es brennt, dann greift der Brand sofort um sich. «Volontäre haben mit Wasserketten das Feuer bekämpft und geholfen, die Menschen zu evakuieren», so Dietrich. Durch den Brand wurden auf einen Schlag zehntausende Menschen obdachlos.

Gas als mögliche Brandursache

«Die Situation bleibt unübersichtlich, in den Flüchtlingscamp-Teilen, in denen das Feuer wütet, herrscht Angst und teils panikartige Stimmung», sagt auch Kamlesh Vyas, Humanitarian Coordinator für Helvetas. Die Zahl der Toten sei noch nicht offiziell bestätigt, verschiedene Quellen redeten von derzeit über 30 Menschen, die gestorben seien.

Wie es zum Brand kam, ist noch nicht abschliessend geklärt. Dietrich vermutet, es könnte von einem Gaskocher ausgegangen sein.

Religiöse Minderheit ist staatenlos

Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar waren 2017 von dort vor Militärgewalt in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflüchtet. Dort leben sie in Camps. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung in ihrer Heimat Myanmar als anhaltenden Völkermord. Das Flüchtlingslager der Rohingya ist mit circa einer Million Menschen das wohl grösste der Welt.

Viele Rohingya verloren in Myanmar durch ein 1983 erlassenes Gesetz die Staatsbürgerschaft. Das Militär von Myanmar steht wegen der Verfolgung international in der Kritik. Etliche Rohingya wollen in ihre Heimat zurückkehren.

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