Aktualisiert 23.02.2013 08:01

Herabgestuft

Grossbritannien verliert Moody's-Bestnote

Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit des Landes von AAA auf AA1 herab. Finanzminister Osborne kündigt eine entschlossene Fortsetzung der Reformpolitik an.

Die Ratingagentur Moody's begründete den Schritt am Freitagabend in London mit schwachen Wirtschaftsaussichten auf mittlere Frist. Die Wachstumsprognosen seien «gedämpft» und zudem lasteten die hohen und steigenden Schulden auf der britischen Wirtschaft.

Durch die steigenden Schulden verschlechtere sich die Fähigkeit der Regierung, Schocks aufzufangen, hiess es weiter. Dieser Trend werde sich vor 2016 auch nicht umkehren. Dennoch sei die Kreditwürdigkeit des Landes weiterhin sehr hoch und der Ausblick sei stabil, erklärte Moody's. Eine Kombination aus politischem Willen und einer mittelfristigen Unterstützung der Wirtschaftskraft werde es der Regierung beizeiten erlauben, ihre Konsolidierungspläne umzusetzen.

Für die britische Regierung dürfte die Herabstufung nicht überraschend kommen. Zuvor hatten bereits die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch den Ausblick für Grossbritanniens Rating als negativ eingestuft. Finanzminister George Osborne teilte mit, die Senkung der Kreditwürdigkeit sei eine «sachliche Erinnerung an die Schuldenprobleme unseres Landes». Er kündigte eine entschlossene Fortsetzung der Reformpolitik an.

Pfund auf Talfahrt

Die britische Regierung arbeitet derzeit an einem Sparprogramm, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Zuletzt hatte sie jedoch selbst die Wachstumsprognosen gesenkt.

Auch die anderen beiden grossen Ratingagenturen, Standard & Poors und Fitch, haben Grossbritannien seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick. Grossbritannien steckt seit der Finanzkrise 2008 tief in der Schuldenfalle. Das Land ist nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet.

Die 2010 angetretene Regierung von Premier David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher aber nicht auf. Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird.

Der Kurs des britischen Pfundes ist seit Monaten auf Talfahrt, sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank hatte vor kurzem erklärt, die Inflation werde in den nächsten Jahren nicht auf die Zielmarke von zwei Prozent zu drücken sein und eher bei drei Prozent liegen. (sda)

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