Aktualisiert 27.01.2011 20:17

Kein GeldGrossbritannien verpachtet seine Wälder

Der britischen Regierung fehlt Geld in der Staatskasse. Darum soll jetzt Mutter Natur dran glauben müssen. Das Volk ist «not amused».

Im Kampf gegen das gigantische Budgetloch plant die britische Regierung, die Hälfte des in Staatsbesitz befindlichen Waldes zu verpachten. Laut den Plänen sollen bis zu 1300 Quadratkilometer wirtschaftlich nutzbaren Waldes für die Dauer von 150 Jahren vermietet werden.

Die Regierung erhofft sich davon Einnahmen in Höhe von 140 bis 250 Millionen Pfund (209 bis 373 Millionen Franken), wie am Donnerstag bekannt gegeben wurde.

«Es ist Zeit, dass die Regierung sich zurückzieht und denen, die am meisten mit Englands Wäldern zu tun haben, erlaubt, künftig eine grössere Rolle zu spielen», sagte Umweltministerin Caroline Spelman. Zugleich sollten aber der öffentliche Zugang zu den Wäldern und der Schutz der Biodiversität gewährleistet werden.

Volk ist dagegen

Oppositionspolitiker und Umweltschützer haben die Pläne der Regierung für den Staatswald kritisiert. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus diesem Monat zufolge sind 75 Prozent der Briten gegen einen Verkauf der Wälder.

Bereits beschlossen ist, 15 Prozent des Staatwaldes bis 2015 zu verkaufen. Das soll bis zu 116 Millionen Euro in die Staatskasse spülen. Dem britischen Staat gehören mit 2580 Quadratkilometern Wald - fast die Fläche des Kantons Tessin - 18 Prozent der Wälder des Landes.

Die liberal-konservative Regierung von Premierminister David Cameron unternimmt derzeit grosse Sparanstrengungen, um das Defizit des Staatsbudgets zurückzufahren. In den kommenden Jahren soll das Defizit von 10,1 Prozent im Jahr 2010 auf 1,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes heruntergefahren werden. (sda)

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