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Brasilianische Corona-Mutation Grossbritannien will Flüge aus Brasilien verbieten

Die brasilianische Corona-Mutation macht der Regierung Grossbritanniens grosse Sorgen. Premierminister Boris Johnson könnte am Donnerstag ein Einreiseverbot für Menschen aus dem südamerikanischen Land ankündigen.

von
Karin Leuthold

Am 4. Januar ging Grossbritannien erneut in den Lockdown. So teilte Premier Boris Johnson den Entscheid der Bevölkerung mit.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist besorgt über eine neue Virus-Variante aus Brasilien. Am Donnerstag wolle seine Regierung über ein Verbot von Flügen aus dem südamerikanischen Land entscheiden, wie «The Guardian» berichtet.

Die britische Regierung wurde vor drei Tagen vor den Gefahren dieser neuen Corona-Mutation gewarnt. Parlamentsabgeordnete Yvette Cooper sagte am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss: «Wir wissen noch nicht, ob diese Mutation unser Impfprogramm stören könnte. Warum ergreifen Sie nicht sofort vorsorgliche Massnahmen?» Darauf meinte Johnson, seine Regierung unternehme bereits Schritte, um die Einreise für Menschen aus Brasilien nach Grossbritannien zu verhindern.

So viele Tote wie noch nie

Eine deutlich ansteckendere – eigene – Mutation des Virus hatte in den vergangenen Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Fälle in Grossbritannien beigetragen. Am Mittwoch registrierten die Gesundheitsbehörden einen neuen Höchststand von 1564 Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden. Landesweit wurden zudem 47525 Neuinfektionen mit dem Virus registriert, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche darstellt, als 62322 Fälle gemeldet worden waren.

Premierminister Johnson sagte, dass die strikten Einschränkungen ihre erste Wirkung zeigten. England befindet sich derzeit in einem dritten landesweiten Lockdown. Die Schulen sind geschlossen und die Menschen sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Ähnliche Einschränkungen gelten auch in Schottland, Wales und Nordirland.

Auch die WHO ist über Mutationen alarmiert

Angesichts der raschen Ausbreitung von deutlich ansteckenderen Varianten des Coronavirus, zieht das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine nächste Sitzung um zwei Wochen vor. Das Gremium werde bereits am Donnerstag zusammenkommen, um über die aktuelle Entwicklung zu beraten, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit.

Zudem soll das Notfallkomitee über den Umgang mit Impfzertifikaten und Corona-Tests auf Reisen sprechen. Im Anschluss will das Expertengremium Empfehlungen für die WHO und deren Mitgliedsstaaten veröffentlichen.

Zwei Mutationen des Virus wurden in den vergangenen Wochen in Grossbritannien und Südafrika entdeckt, die als deutlich ansteckender gelten als die bisherigen Formen des Erregers. Diese Mutationen haben sich mittlerweile in mindestens rund 50 Staaten weltweit verbreitet. Zudem gab Japan am Sonntag die Entdeckung einer weiteren Mutation bekannt, die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammen soll. Diese Variante wird derzeit untersucht.

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Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

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