«Impfen statt ausrotten» - Grossbritannien will keine Lizenzen für Dachstötungen mehr ausstellen
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«Impfen statt ausrotten»Grossbritannien will keine Lizenzen für Dachstötungen mehr ausstellen

In Grossbritannien waren seit 2013 Dachse gekeult worden, um die Ausbreitung der Rindertuberkulose zu verhindern. Das soll jetzt aufhören.

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«Impfen, nicht ausrotten»: Ein Demonstrant setzt sich für die Rechte der Dachse ein.

«Impfen, nicht ausrotten»: Ein Demonstrant setzt sich für die Rechte der Dachse ein.

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In Grossbritannien werden Dachse getötet, um die Verbreitung der Rindertuberkulose zu verhindern.

In Grossbritannien werden Dachse getötet, um die Verbreitung der Rindertuberkulose zu verhindern.

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Grossbritannien stellt von 2022 an keine Lizenzen mehr für das Keulen von Dachsen aus, mit dem die Ausbreitung von Rindertuberkulose gestoppt werden soll. Umweltminister George Eustice sagte am Donnerstag, mit der Massnahme sei die Krankheit deutlich eingedämmt worden. «Aber niemand will die Keulung einer geschützten Art auf unbestimmte Zeit fortsetzen.» Nun sollten andere Methoden gefördert werden, wie Impfungen. Doch sowohl Tierschützer und Tierschützerinnen als auch Landwirte und Landwirtinnen reagierten empört.

Bis zum endgültigen Aus des Programms würden noch zehntausende Dachse getötet werden, sagte Jo Smith von der Tierschutzorganisation Derbyshire Wildlife Trust. «Wir könnten 60 Prozent der englischen Dachspopulation verlieren.» Dies aber werde sich auch auf die Gesundheit natürlicher Lebensräume auswirken, da Dachse eine Schlüsselart seien, die für Ökosysteme von entscheidender Bedeutung sind, sagte Smith.

Lizenzen seit 2013

Der Bauernverband NFU hingegen warnte, das Programm auslaufen zu lassen, gefährde die Bemühungen, Rindertuberkulose zu kontrollieren. Vergangenes Jahr hätten 27’000 erkrankte Rinder in England getötet werden müssen. Die Regierung schätzt die Kosten für den Steuerzahler wegen der Krankheit auf 100 Millionen Pfund (116 Mio Euro) jährlich.

Die Dachskeulungen hatten 2013 begonnen. Dafür werden Lizenzen ausgegeben, in denen die Tiere innerhalb fester Gebiete und Zeiten getötet werden dürfen.

(dpa)

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