Bezirksgericht Zürich: Grossdealer verkaufte kiloweise Partydrogen
Aktualisiert

Bezirksgericht ZürichGrossdealer verkaufte kiloweise Partydrogen

Ein Kaufmann hat rund 60 Kilo Amphetamin, über 63'000 Ecstasy-Tabletten und über 3 Kilo MDMA verkauft. Dafür kassierte er eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

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att
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte einen Kaufmann wegen Drogenhandels.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte einen Kaufmann wegen Drogenhandels.

Es war der 24. November 2014, als der heute 40-jährige Beschuldigte aus Uster mit einem Personenwagen im Kanton Aargau in eine Polizeikontrolle geriet. Die Polizeibeamten stiessen dabei auf zwei Hartschalenkoffer, die rund zehn Kilogramm Amphetamin enthielten.

Der Schweizer Kaufmann wurde festgenommen und legte schon bald umfassende Geständnisse ab. Dabei wurde klar, dass mit dem einschlägig vorbestraften Zürcher Oberländer ein grosser Fisch ins Netz der Drogenfahnder gegangen war. So stellten diese weitere acht Kilogramm Amphetamin in einem Tiefkühlhaus sowie 739 Ecstasy-Tabletten an seinem Wohnort in Uster sicher.

Bis zu 393'000 Franken umgesetzt

Am Donnerstag musste sich der umfassend geständige Beschuldigte am Bezirksgericht Zürich verantworten. Dabei wurde klar, dass er zwischen Juli 2013 und November 2014 zusammen mit einem Komplizen enorme Drogenmengen aus Holland importiert und in der Zürcher Techno-Szene abgesetzt hatte.

Die Anklage listete den Verkauf von rund 60 Kilogramm Amphetamin, 63'000 Ecstasy-Tabletten sowie 3,2 Kilogramm MDMA auf. Der ansehnliche Umsatz betrug zwischen 278'400 und 393'000 Franken. «Ich habe das ganze Ausmass unterschätzt», führte der Beschuldigte vor Gericht aus und sprach von einem Tunnelblick. Über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft auf acht Jahre Freiheitsentzug sowie eine Ersatzforderung von 150'000 Franken zeigte sich der langjährige Werbefachmann schockiert.

Sieben Jahre Knast

Der Verteidiger setzte sich für eine wesentlich mildere Freiheitsstrafe von fünf Jahren ein. Der Rechtsanwalt verwies darauf, dass der Beschuldigte durch andere Leute und Schulden in das Drogengeschäft hineingeschlittert sei. «Er war zu wenig stark, um der Versuchung zu widerstehen», plädierte er.

Das Gericht ging von einem keinesfalls leichten Verschulden aus und setzte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren fest.

Zudem soll der Drogenhändler aus dem unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil 100'000 Franken dem Kanton Zürich abliefern. Das Gericht verneinte eine finanzielle Notlage und ordnete den Beschuldigten in die obere Ebene des internationalen Drogenhandels ein. «Sie hätten auch nein sagen können», führte der Gerichtsvorsitzende Alain Kessler gegenüber dem Beschuldigten zum Schluss aus.

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