Grossdemo für Homo-Ehe
Aktualisiert

Grossdemo für Homo-Ehe

In Rom und in Mailand ist in Grossdemonstrationen die Gleichberechtigung unverheirateter Paare gefordert worden.

Die Demonstranten wollen einen Zivilen Solidaritätspakts nach französischem Vorbild.

In Rom versammelten sich Tausende Menschen, darunter mehrere Spitzenpolitiker aus den Reihen der Opposition und Homosexuellen- Paare, vor der französischen Botschaft auf der zentralen Piazza Farnese. Ein Richter zelebrierte symbolisch einige «Homo-Ehen» nach spanischem und britischem Vorbild.

Seit Wochen tobt in Italien eine heftige Diskussion um den in Frankreich geltenden «Zivilen Solidaritätspakt» (PACS), der die gemeinsame steuerliche Veranlagung, Gütergemeinschaft und bevorzugte Erbbestimmungen vorsieht.

Am Donnerstag hatte Papst Benedikt XVI. entschieden Stellung für die traditionelle Familie bezogen. Er forderte von den italienischen Politikern Massnahmen zur Förderung der Familie.

Oppositionschefs Romano Prodi hatte zuvor die Einführung des so genannten PACS für hetero- wie auch homosexuelle Paare verlangt. Bisher war in Italien jeglicher Versuch zur Legalisierung unverheirateter Paare gescheitert.

Abtreibungen verhindern

In Mailand demonstrierten am Samstag zudem tausende Frauen gegen Regierungspläne zur Revision des geltenden Abtreibungsgesetzes.

Gesundheitsminister Francesco Storace regte kürzlich an, Anti- Abtreibungs-Organisationen in den staatlichen Beratungsstellen hinzuzuziehen. Es müsse mehr getan werden, um Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern.

In Italien sind Abtreibungen innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate straffrei. Die Demonstrantinnen in Mailand forderten die Einführung der Abtreibungspille RU 486, die derzeit in einigen italienischen Spitälern getestet wird.

Neben Irland und Portugal ist Italien seit 2000 das einzige westeuropäische Land, in dem die Abtreibungspille Mifegyne noch nicht zugelassen ist.

(sda)

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