Grosse Anteilnahme bei Trauerfeier für Lokführer des Todeszugs
Aktualisiert

Grosse Anteilnahme bei Trauerfeier für Lokführer des Todeszugs

Gestern Samstag fanden in Blatten und Steg (VS) die Trauerfeierlichkeiten für die am Mittwoch bei dem Zugsunglück in Thun verstorbenen Lokführer statt. In der Kirche fand sich kaum Platz für die zahlreichen Trauergäste.

In Blatten platzte die Kirche aus allen Nähten. Am Samstag wurde in dem Walliser Dorf der Lokführer Otto Henzen beigesetzt. Ein langer Trauerzug gab dem am letzten Mittwoch bei dem tragischen Zugsunglück Verstorbenen das letzte Geleit. Das halbe Dorf und viele Bähnler begleiteten die Familie Henzen.

Auch im nahe gelegenen Steg trauerten die Menschen um einen Bähnler: Der 55-jährige Niklaus Winter sass ebenfalls auf dem Todeszug fest und raste am Mittwochmorgen in den Tod. Auch Winter hinterlässt Frau und Familie.

Das dritte Todesopfer, der deutsche Maschinist Lutz H., wurde bereits am Freitag nach Deutschland überführt.

Menschliches Versagen

Ermittlungen ergaben, dass das Bremssystem nicht angeschlossen war. Das pneumatisch betriebene Bremssystem wurde nach dem Abkoppeln von zwei leeren Waggons in Frutigen offenbar nicht ordnungsgemass in Betrieb gesetzt, so dass die Bremsen nicht funktionierten. Bei einem vorgeschriebenen, routinemässigen Check wäre der Fehler sofort entdeckt worden, sind sich Experten einig.

Da es keine Möglichkeit gab, den mit bis zu 100 Stundenkilometer heranrasenden 300-Tonnen-Zug irgendwo ausrollen zu lassen, liessen ihn die Stellwerkverantwortlichen in Thun-Dürrenast auf einen Bauzug auffahren. Die dreiköpfige Besatzung kam dabei ums Leben. Weiterhin unklar ist, ob die drei sich bewusst waren, dass sie in einen Bauzug auffahren würden. (sda)

Deine Meinung