Abzocker-Vorwurf: Grosse Empörung über Lohn von BVK-Chef
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Abzocker-VorwurfGrosse Empörung über Lohn von BVK-Chef

Als Frechheit und Abzocke wird die Lohnerhöhung des BVK-Chefs bezeichnet. SP und SVP fordern, dass Thomas Schönbächler freiwillig darauf verzichtet.

von
ann

Nach der fast 50-prozentigen Lohnerhöhung des BVK-Chefs Thomas Schönbächler reagieren die Politiker einhellig empört. So sprachen die Gewerkschaften und viele Parteienvertreter von einem Skandal. Den meisten stösst sauer auf, dass die BVK erst kürzlich vom Kanton zwei Milliarden zur Sanierung der Kasse erhielt und sich Versicherte und Gemeinden an der Sanierung beteiligen mussten.

«Es zeigt, dass dem Gremium jegliches Fingerspitzengefühl fehlt», sagt SP-Fraktionschef Raphael Gotha gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er bezeichnet die Lohnerhöhung als «Frechheit». Für Esther Guyer (Grüne) ist das der erste Auswuchs der Privatisierung. Sie fordert, den «unsensiblen Stiftungsrat» zu ersetzen. Auch Jürg Trachsel (SVP) kann die Lohnerhöhung nicht verstehen. «Dieser Entscheid zeugt von einer grossen Arroganz gegenüber den Versicherten und Steuerzahlern», sagt er.

Stiftungsrat verteidigt Lohnentscheid als «sorgfältig abgewogen»

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) fordert gar, dass Schönbächler zurücktritt, weil er nun zur «Kategorie der Abzocker» gehöre. SP und SVP fordern gemeinsam, dass BVK-Chef Schönbächler freiwillig auf seinen Lohn verzichtet. Dass es mit Löhnen von PK-Chefs auch anders gehe, würden viele andere öffentlich-rechtliche Pensionskassen beweisen. Selbst bei der grössten schweizerischen Pensionskasse, der Publica, seien solche Löhne nicht üblich.

Der Einzige, der dem Stiftungsrat den Rücken stärkt, ist Thomas Vogel (FDP). Er findet, die BVK sei in die Selbstständigkeit entlassen worden. «Nun hat die Politik nichts mehr zu sagen.»

Der Stiftungsrat selbst verteidigt seinen Entscheid. Man habe die Höhe von Schönbächlers Lohn sorgfältig vorbereitet und mit umfassenden Quervergleichen abgewogen, so Stiftungsratspräsident Roger Zanella. Zudem habe man bestimmt, dass zum Grundgehalt keine Boni ausbezahlt werden. Das Gehalt liege am unteren Rand der festgestellten Bandbreite.

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