Aleppo: Grosse Explosion macht Hotel dem Erdboden gleich
Aktualisiert

AleppoGrosse Explosion macht Hotel dem Erdboden gleich

Rebellen in Aleppo haben ein von Regierungstruppen bewohntes Hotel in die Luft gesprengt. Zahlreiche Menschen sollen Opfer des Anschlags in der syrischen Stadt geworden sein.

In der Stadt Aleppo detonierte ein Sprengsatz unter einem Hotel, das von den Regierungstruppen genutzt wird. Zu der Attacke bekannte sich die Rebellenbrigade Islamische Front. Durch die gewaltige Explosion sollen 14 Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet worden sein.

Das historische Gebäude wurde stark beschädigt. Aktivisten berichteten, die Rebellen hätten unter dem Hotel einen Tunnel gegraben und dort eine grössere Menge Sprengstoff versteckt.

Seit Monaten werden Rebellen bombardiert

Aleppo ist die grösste Stadt des Landes und war früher das Handelszentrum Syriens. Die Stadt ist seit einem Angriff Mitte 2010 zerstückelt in Gegenden, die von Aufständischen gehalten werden und in Vierteln, die von den Regierungstruppen kontrolliert werden.

In den vergangenen Monaten hatten Flugzeuge unerbittlich die von den Rebellen gehaltenen Gegenden bombardiert. Die Aufständischen hatten zurückgeschlagen und mit Granatwerfern auf die feindlichen Gebiete geschossen. Die Rebellen hatten auch Autobomben explodieren lassen und damit Dutzende Menschen getötet.

Am Mittwoch hatten Rebellen nach einem Waffenstillstandsabkommen mit der Regierung begonnen, die Stadt Homs zu verlassen.

Kandidatenliste soll am Samstag vorliegen

Das Regime setzte derweil ungeachtet westlicher Kritik seine Vorbereitungen für die Präsidentenwahl am 3. Juni fort. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Syrer, die im Ausland lebten, sollten sich bei den diplomatischen Vertretungen als Wähler registrieren lassen.

Ausserdem hiess es, sechs Kandidaten, die von der Wahlleitung abgelehnt worden seien, hätten Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt. Die endgültige Kandidatenliste soll am Samstag veröffentlicht werden. Bisher wurden ausser Assad nur zwei eher unbekannte Politiker zugelassen. Abgestimmt wird nur in den Gebieten des Bürgerkriegslandes, die von Assads Truppen beherrscht werden.

Die Opposition bezeichnet die Wahl als «Farce». Saudi-Arabien forderte die Einberufung einer Sondersitzung der Aussenminister der Arabischen Liga zum Syrien-Konflikt am kommenden Montag in Riad. Bei dem Treffen soll unter anderem über die geplante Präsidentenwahl gesprochen werden. Saudi-Arabien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der syrischen Exil-Opposition und der Rebellen.

25 Geiseln freigelassen

Ausserdem haben Rebellen in Syrien 25 alawitische Zivilisten freigelassen, die sie im vergangenen Sommer als Geiseln genommen hatten. Gleichzeitig konnten am Donnerstag weitere 150 Kämpfer mit sicherem Geleit die Altstadt der einstigen Rebellenhochburg Homs verlassen. Das berichtete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter.

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(sda)

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