Bon Jovi in Zürich: Grosse Hits - brave Show
Aktualisiert

Bon Jovi in ZürichGrosse Hits - brave Show

Pünktlich wie
die SBB und etwas zu routiniert: Bon Jovi hinterliessen vor rund 40 000 Zuschauern im Letzigrund einen braven Eindruck.

von
Bernhard Brechbühl

Videomitschnitt vom Bon-Jovi-Konzert im Letzigrund am 14. Juli 2011.

Beinahe schweizerische Pünktlichkeit bewies die Band, als sie um 19.33 Uhr – mit nur drei Minuten Verspätung – die Bühne betrat. Damit erwischte sie das Publikum auf dem falschen Fuss: Die Zuschauer strömten noch ins Stadion, als der Auftaktsong «Captain Crash & The Beauty Queen From Mars» erklang. Routiniert spulten die Rocker aus New Jersey die ersten Stücke ab, darunter Hits wie «You Give Love a Bad Name» und «Born to Be My Baby». Erst nach einer halben Stunde brach erstmals lautstarker Jubel aus. Jon Bon Jovi quittierte dies mit einem Kompliment an Stadion und Publikum: «Dieser Ort hat ein nettes Facelifting erhalten – und ihr seht hier drin noch besser aus.» Bon Jovi hatten vor acht Jahren im alten Letzigrund gespielt.

Sambora in alter Frische

Energiegeladener als sein Chef wirkte Gitarrist Richie Sambora, der den Hit «Lay Your Hands on Me» ins Mikrofon röhrte und seine legendären Soli mit Herzblut aufs Griffbrett zauberte – er scheint sich kürzlich in der Entzugsklinik gut erholt zu haben.

Zugaben mit Leidenschaft

Rare Höhepunkte setzte die Band mit einer leidenschaftlichen Darbietung der Zugaben «Wanted Dead or Alive» und «Livin' on a Prayer». Doch nach gut zweieinhalb Stunden und 23 Songs musste man konstatieren: Selbst einem Bewunderer von Bon Jovi und ihrer grandiosen Rocksongs konnte es gestern über weite Strecken langweilig werden. Das kann passieren, wenn eine seit 28 Jahren bestehende Band noch fast jeden zweiten Abend auf der Bühne steht.

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