Aktualisiert 13.01.2014 15:09

SotschiGrosse Lawinengefahr auf Olympia-Pisten

Der Walliser Bruno Jelk soll Olympia vor Lawinen schützen. Besonders die Abfahrts- und Super-G-Piste in Sotschi sind laut dem Spezialisten lawinengefährdet.

von
woz
Ivica Kostelic 2012 am Weltcup in Sotschi.

Ivica Kostelic 2012 am Weltcup in Sotschi.

Bruno Jelk (69), Lawinenspezialist und Chef der Zermatter Bergrettung, fliegt am Montag zu den Olympischen Spielen nach Sotschi. Seine Aufgabe: die Teilnehmer und Besucher vor Lawinen zu schützen. Zusammen mit 11 Lawinendienst-Mitarbeitern und 30 Patrouilleuren beurteilt er die Lawinengefahr, unternimmt Sprengungen und ist für die Rettung zuständig.

Allerdings könne man die Schneeverhältnisse in Sotschi nicht mit jenen in den Alpen vergleichen. «Der Schnee hat viel Feuchtigkeit und setzt sich viel schneller. Die Lawinenauslösung muss gut analysiert werden», sagt Jelk im Interview mit dem «Walliser Boten». «Der Boden ist nicht gefroren, so können sich sehr grosse Gleitschneelawinen lösen.»

Abfahrts- und Super-G-Pisten sind hauptsächlich betroffen

Zwei der Gebiete seien stark lawinengefährdet. Jelk: «Die Lawinen können hauptsächlich die Abfahrts- und Super-G-Pisten an mehreren Orten verschütten.» Dort müssten die Lawinen oft künstlich ausgelöst werden. Die Herausforderung: Die Rennpisten dürfen dabei nicht verschüttet werden, Umleitungsdämme sollen dies verhindern.

Die Sicherheit der Rennläufer sei gewährleistet. «Ich kann nur vom Lawinendienst sprechen. Wenn das Wetter mitspielt, ist die Sicherheit vorhanden. Man muss aber mit Programmverschiebungen rechnen.»

SFL erstellte Gefahrenkarte

Jelk war bereits im letzten Winter in Sotschi. Er habe bauliche Massnahmen vorgeschlagen, die auch ausgeführt wurden. Zudem steht er im engen Kontakt mit dem Lawinenforschungsinstitut in Davos, SLF, das eine Gefahrenkarte erstellt und Standorte für Sprenganlagen festgelegt hat.

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