Nachtbubenstreiche: Grosse Schäden an «Halloween»
Aktualisiert

NachtbubenstreicheGrosse Schäden an «Halloween»

Sachbeschädigungen, Prügeleien, Verletzte, Ruhestörungen: Die Nacht vor Allerheiligen hat der Polizei vielerorts einiges an Mehrarbeit beschert.

von
jcg

Die Patrouillen der Kantonspolizei Zürich mussten im Zusammenhang mit Halloween am Sonntagabend rund sechzig Mal ausrücken. Auf dem ganzen Kantonsgebiet wurden teils massive Sachbeschädigungen und Ruhestörungen gemeldet. Rund die Hälfte der Fälle betrafen laut Meldung der Kantonspolizei das Werfen von Eiern gegen Fassaden und fahrende Autos. Ein halbes Dutzend Mal wurden Steine gegen Fahrzeuge, Fensterscheiben und in einem Fall gegen einen Zug geschleudert.

In Dübendorf setzten Unbekannte einen Container, ein mobiles WC-Häuschen und einen Abfalleimer in Brand. Wegen gesprengter Briefkästen wurden die Kantonspolizisten nach Volketswil und Kloten gerufen. In Adliswil beschädigten Randalierer mehrere parkierte Fahrzeuge teils massiv. Die meisten Meldungen kamen aus den Bezirken Bülach, Dielsdorf, Uster, Horgen und Dietikon.

Durch ein Geschoss aus einer Softairgun wurde ein 15-Jähriger in Männedorf schwer am Auge verletzt und musste ins Spital gefahren werden. Der Täter, ein 16-jähriger Schweizer konnte umgehend ermittelt und befragt werden. Er zeigte sich geständig.

Keine Verletzten in Zürich

Die Stadtpolizei Zürich verzeichnete im Zusammenhang mit Halloween ebenfalls rund 60 Einsätze wegen Sachbeschädigungen, vorwiegend am Sonntag zwischen spätem Nachmittag und Mitternacht. Verletzt wurde niemand. Die meisten Anzeigen kamen aus dem Gebiet Zürich-Nord. Der angerichtete Sachschaden kann noch nicht genau beziffert werden.

Die Eierwürfe galten hier nicht nur Hausfassaden und Fensterscheiben, sondern auch Personen. Mehrere parkierte Autos wurden beschädigt, indem die Türschlösser verklebt wurden. Weiter wurden Container und Zeitungsbündel von Unbekannten in Brand gesetzt.

Grober Unfug im Aargau

Auch der Aargauer Polizei hat «Halloween» zahlreiche Einsätze beschert. Bei der Kantonspolizei gingen zwischen Sonntagabend und Montagmorgen rund 40 Meldungen wegen Sachbeschädigungen, einer Prügelei und grobem Unfug ein.

Etliche Geschädigte haben Anzeige erstattet, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte. Auch im Aargau wurden am häufigsten Fassaden und Autos von Unbekannten mit Eiern beworfen. Zudem wurden Scheiben eingeschlagen und Abfall verstreut.

Die Polizei rückte aus, weil Einkaufswagen auf Bahngleise gestellt, Abfall verstreut und Gegenstände mit Rasierschaum verschmiert worden waren. In Muri wurde beim Bahnhof ein 19-jähriger Passant von fünf Trägern von «Halloween»-Masken verprügelt. Er musste sich im Spital verarzten lassen.

In Bremgarten schäumten vier Jugendliche einen neunjährigen Knaben mit Rasierschaum ein. Der Bub lief weinend nach Hause, worauf der Vater die Polizei verständigte.

20 Meldungen im Thurgau

Ruhiger gings im Kanton Thurgau zu. Auch hier waren es meist Eierwürfe, die gemeldet wurden. Nach ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau handelte es bei den Eier werfenden Personen mehrheitlich um Jugendliche. In wenigen Fällen erfolgten Anzeigen wegen Sachbeschädigungen. Betroffen waren rund ein Dutzend Ortschaften.

Auch im Kanton St. Gallen wurde die Halloween-Nacht für Unfug und Sachbeschädigungen missbraucht. Neben Eierwürfen konnte in diversen Orten allgemeiner Unfug und Littering festgestellt werden, wie die Kapo St. Gallen mitteilte. In Wattwil konnte ein Jugendlicher angehalten werden, welcher Sachbeschädigungen begangen und unter einem Auto einen Feuerwerkskörper gezündet hatte, was den Einsatz der Feuerwehr notwendig machte.

Autos im Bernbiet beschädigt

Bei der Kantonspolizei Bern gingen rund 20 Meldungen wegen Sachbeschädigungen und Vandalismus ein. Einige wenige Meldungen betrafen Eierwürfe gegen Gebäude und Fahrzeuge in Bern und den Agglomerationsgemeinden. Ausserdem wurden im Seeland Autos beschädigt. Bereits in den Nächten zuvor waren Meldungen über Sachbeschädigungen und Vandalismus eingegangen.

Auch im Kanton Solothurn wird die Nacht auf den 1. November zunehmend von Jugendlichen zum Anlass genommen, Unfug und Sachbeschädigungen zu begehen. Zwischen dem frühen Sonntagabend und Montagmorgen gingen bei der Polizei gegen 40 entsprechende Meldungen ein. Unter anderem wurden Schilder beschmiert, Strassenpfosten ausgerissen und Baustellen-Abschrankungen verstellt. In Langendorf wurde gegen 22.00 Uhr ein Mofa angezündet, das in der Nähe der Schule abgestellt war.

Halloween ist ein Fest am Vorabend von Allerheiligen in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, das ursprünglich vor allem in Irland gefeiert wurde. Der Brauch wurde von irischen Einwanderern ab 1830 in die USA gebracht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween neben Weihnachten und dem Thanksgiving-Fest zu einer der wichtigsten Feiern in den Vereinigten Staaten. In den 1990er-Jahren wurden Halloween-Bräuche teilweise auch in Europa übernommen. (jcg/sda)

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