Zweidlen ZH - Grosse Solidarität für Kim nach Anzeige wegen Weihnachtslämpli
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Zweidlen ZHGrosse Solidarität für Kim nach Anzeige wegen Weihnachtslämpli

Kim aus Zweidlen musste ihre Weihnachtsbeleuchtung abstellen. Der Fall bewegt das Umfeld der 32-Jährigen.

von
Alina Müller

«Wie kann man sich an Weihnachtslichtern stören? Ich bin wütend und traurig zugleich», sagte die 32-Jährige am Dienstag,

Video: 20min/Alina Müller

Darum gehts

  • Bis zum ersten Advent darf Kim aus Zweidlen ihre Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr anmachen.

  • Grund dafür sind eine Anzeige aus der Bevölkerung und die geltende Polizeiverordnung.

  • Nachdem 20 Minuten darüber berichtete, muss auch ein von der Gemeinde betriebenes Café seine Lichterkette ausstecken.

Nach der Anzeige einer Privatperson musste Kim aus Zweidlen ZH ihre Weihnachtsbeleuchtung ausmachen. «Die Polizei stand kürzlich vor meiner Tür und meinte, dass ich die Lichter aufgrund von Beschwerden bis zum ersten Advent ausstecken muss. Wie kann man sich an Weihnachtslichtern stören? Ich bin wütend und traurig zugleich», sagte die 32-Jährige am Dienstag.

Das Thema bewegt auch die 20-Minuten-Community. Während es einige «nervig» finden, dass jetzt schon überall die Weihnachtsbeleuchtung zu sehen ist, halten andere die Anzeige für «kleinlich» und «lächerlich». «Warum kann man nicht zuerst miteinander sprechen? Immer muss gleich die Polizei eingeschaltet werden», heisst es in einem Kommentar.

Auch im Dorf ist die Solidarität gross. «Einige Anwohner haben sich gemeldet und gemeint, dass sie nichts mit der Anzeige zu tun haben und auch kein Verständnis dafür haben», erzählt Kim am Mittwoch. Dazu gehört auch Nachbarin Sabrina. «Wer sich daran stören könnte, weiss ich wirklich nicht. Die Beleuchtung ist weder bunt noch blinkt sie. Die Deko ist einfach nur wunderschön.»

Gemeinde nimmt Lichterkette ausser Betrieb

Zudem seien in Zweidlen (Gemeindegebiet Glattfelden) bereits einige Häuser weihnachtlich dekoriert, unter anderem auch ein Café, welches von der Gemeinde betrieben wird. «An der Aussenfassade hängt eine Lichterkette, die am Abend angemacht wird», erzählt Sabrina.

Gemeindepräsident Ernst Gassmann sagt dazu: «In dem Café hing eine einfache Lichterkette, die auf den Ende November stattfindenden Weihnachtsmarkt hinweisen sollte. Diese ist jetzt ausser Betrieb genommen worden.» Verzeigungen seien keine erfolgt. «Die Ortspolizei hat mit viel Einfühlungsvermögen eine Person auf die geltende Rechtsordnung aufmerksam gemacht, worauf die Beleuchtung abgeschaltet wurde.»

In der Gemeinde Glattfelden darf die Weihnachtsbeleuchtung gemäss Polizeiverordnung erst ab dem Wochenende des ersten Advents leuchten. Während dieser Zeit muss die Beleuchtung zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr ausgeschaltet werden. Wer diese Verordnung missachtet, muss mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken rechnen.

Keine fixe Regelung

Wie Thomas Oberle vom Hauseigentümerverband (HEV) erklärt, gibt es schweizweit keine fixe Regelung. Die Gemeinden können aber in ihren Polizeireglementen derartige Bestimmungen vorsehen. «Solche Bestimmungen können sich an einem Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahr 2013 orientieren», sagt der Jurist. Ob und in welchen Gemeinden solche Bestimmungen existieren, sei ihm nicht bekannt. Das Bundesgericht stützte einen Entscheid des Aargauer Verwaltungsgerichts, welches die Weihnachtsbeleuchtung in einem konkreten Fall auf die Zeit vom ersten Advent bis zum 6. Januar begrenzte und den Betrieb bis jeweils 1.00 Uhr des Folgetages bestimmte.

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Kim aus Zweidlen ZH ist ein riesiger Weihnachtsfan. «Jedes Jahr geben wir uns grosse Mühe, unser Haus zu dekorieren», sagt die 32-Jährige.

Kim aus Zweidlen ZH ist ein riesiger Weihnachtsfan. «Jedes Jahr geben wir uns grosse Mühe, unser Haus zu dekorieren», sagt die 32-Jährige.

20min/amu
Doch über das vorweihnachtliche Leuchten freuen sich nicht alle in der Gemeinde im Zürcher Unterland. «Kürzlich stand die Polizei vor meiner Tür», erzählt Kim.

Doch über das vorweihnachtliche Leuchten freuen sich nicht alle in der Gemeinde im Zürcher Unterland. «Kürzlich stand die Polizei vor meiner Tür», erzählt Kim.

Privat
Wegen einer Anzeige und der geltenden Polizeiverordnung muss Kim die Weihnachtslämpli nun ausmachen. 

Wegen einer Anzeige und der geltenden Polizeiverordnung muss Kim die Weihnachtslämpli nun ausmachen.

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