Basler ÖV-Skandal: Grosse Unruhe bei der BVB-Basis
Aktualisiert

Basler ÖV-SkandalGrosse Unruhe bei der BVB-Basis

Die Verfehlungen der BVB-Chefs ärgern auch die Chauffeure. Manche von ihnen wurden deswegen schon in Uniform angefeindet.

von
Benjamin Rosch
Fritz Tschamper (56) arbeitet seit 17 Jahren als Tramführer bei den BVB.

Fritz Tschamper (56) arbeitet seit 17 Jahren als Tramführer bei den BVB.

Seit 17 Jahren arbeitet Fritz Tschamper schon bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB). Den aktuellen Skandal beschreibt er aber als «unglaublich» – und spürt die Folgen: «Gestern wurde ich von Passagieren sogar persönlich beleidigt», so der 56-jährige Drämmler. Bei der BVB-Basis ist man enttäuscht und wütend über das Sündenregister der Chefetage. Tschamper hat sich schon überlegt, aus Solidarität mit den Steuerzahlern ohne Uniform zur Arbeit zu gehen. «

«Verhalten beschämend»

Es herrscht grosse Unruhe», sagt auch eine Tramführerin. Sie findet, Vizedirektor Franz Brunner und Regierungsrat Hans-Peter Wessels müssten ebenfalls gehen. Und ein Buschauffeur sagt: «Das Verhalten der Führung ist beschämend – jetzt müssen die ganzen Firmenstrukturen grundlegend verändert werden.»

Auch beim BVB-Personalverband (PSVB) nimmt man kein Blatt vor den Mund. In einem Brief schreibt Präsident Felix Moppert: «Die Chefetage hat mit ihren unglaublichen Rechtsbrüchen und ihrer Profitgier das gute Image, das die BVB in der Bevölkerung hatte, mutwillig zerstört.» Er betont, dass in den letzten Monaten Bagatellfehler immer schärfer bestraft wurden. Nun müsse die Leitung dem Personal wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen. Eine erste «Kropfleerete» sei bereits geplant.

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