Vergleichsstudie: Grosse Unterschiede bei Kreditkarten-Gebühren
Aktualisiert

VergleichsstudieGrosse Unterschiede bei Kreditkarten-Gebühren

In den Ferien zücken Schweizer gerne ihre Kreditkarten. Dabei gibt es grosse Gebührenunterschiede. Eine Studie zeigt, mit welcher Karte man am günstigsten fährt.

von
Kaspar Wolfensberger
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Schweizer benutzen ihre Kreditkarten immer häufiger. Auch die Zahl der Karten nimmt zu: Bereits sechs Millionen sind hierzulande im Umlauf.

Schweizer benutzen ihre Kreditkarten immer häufiger. Auch die Zahl der Karten nimmt zu: Bereits sechs Millionen sind hierzulande im Umlauf.

Christian Beutler
Bei den Standardkreditkarten ist für Gelegenheitsnutzer die Migros-Cumulus-Mastercard der Cembra Money Bank am günstigsten.

Bei den Standardkreditkarten ist für Gelegenheitsnutzer die Migros-Cumulus-Mastercard der Cembra Money Bank am günstigsten.

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Für Vielnutzer lohnt sich eine Karte der PostFinance am meisten.

Für Vielnutzer lohnt sich eine Karte der PostFinance am meisten.

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Schweizer machen immer häufiger Gebrauch von ihrer Kreditkarte. Gerade im Internet lässt sich oft gar nicht ohne eine der Plastikkarten shoppen. Aber auch in den Ferien wird sie oft gezückt. Inzwischen sind hierzulande bereits mehr als sechs Millionen Karten im Umlauf, Anzahl weiterhin steigend. Umso erstaunlicher ist es daher, dass die Mehrheit der Schweizer Konsumenten sich nicht über die Höhe der Kreditkarten-Gebühren informiert und diese entsprechend unterschätzt.

Um den Konsumenten eine Vergleichsmöglichkeit zu bieten, hat Moneyland nun eine Studie zu den anfallenden Kosten von verschiedenen Kredit- und Prepaidkarten publiziert. Die Untersuchung berücksichtigt neben Jahresgebühren auch die Bearbeitungsgebühren für Fremdwährungen und Fremdwährungs-Umrechnungskosten sowie die Gebühren für Bargeldbezug im In- und Ausland sowie das Aufladen bei Prepaidkarten. Das Resultat: Vor allem für Gelegenheitsnutzer ist das Sparpotenzial enorm.

Migros und Post am günstigsten

Für durchschnittliche Gelegenheitsnutzer von Standard-Kreditkarten (maximal 3400 Franken Jahresumsatz) ist laut Studie die Migros-Cumulus-Mastercard am günstigsten. Herausgegeben wird sie vom Anbieter Cembra Money Bank. Für die Nutzung bezahlen die Kunden in den ersten zwei Jahren knapp 55 Franken. Auf Platz zwei folgt die Coop-Supercardplus von Swisscard mit gut 59 Franken, gefolgt von der Visa Bonus Card mit knapp 62 Franken. Am unteren Ende der Skala steht in dieser Kategorie die TCS Mastercard, die in den ersten zwei Jahren totale Kosten von gut 168 Franken verursacht.

Etwas anders sieht die Situation bei Vielnutzern aus, die fast alles mit der Kreditkarte bezahlen. Hier führt die Karte der PostFinance mit einer totalen Gebühr von gut 366 Franken die Rangliste an, gefolgt von der Migros-Cumulus-Mastercard, die somit erneut gut abschneidet.

Wer seine Karte primär im Ausland nutzt, sollte auf eine Karte von PostFinance (rund 446 Franken) setzen. An zweiter Stelle folgt für diese Kategorie die Visa Bonus Card mit 532 Franken.

Grosse Unterschiede bei Prepaid-Karten

Besonders gross sind die Gebührenunterschiede laut der Studie bei den Prepaid-Karten. Bei diesen wird die Zahlung nicht auf Kredit-, sondern auf Guthabenbasis abgewickelt. Ähnlich wie bei Prepaid-Mobiltelefonen. Der zu bezahlende Betrag wird also aus einem vorher eingezahlten Guthaben beglichen. Für durchschnittliche Gelegenheitsnutzer solcher Karten ist die Mastercard Value von PostFinance am günstigsten. Die Kosten für die ersten zwei Jahre betragen 102 Franken. Auf Rang zwei folgt die Energy Card von Cornèrcard mit 118 Franken.

Allgemein gelte es zu beachten, dass die Jahresgebühren von Kreditkarten im Rahmen von Paketen inbegriffen sind. «Bei Interesse an weiteren Bankdienstleistungen lohnt sich deshalb ein Vergleich der Bankpakete», empfiehlt Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland. Marc Parmentier vom Vergleichsdienst Comparis ergänzt, dass Kunden sich bewusst sein sollten, welche Dienstleistungen sie nutzen wollen. «Mit allen Kreditkarten kann man bezahlen. Unterschiede gibt es jedoch bei den enthaltenen Dienstleistungen wie zum Beispiel Versicherungen, Rabatt bei Automieten oder dem Bonusprogramm», sagt Parmentier.

Nutzerprofile

Die Studie von Moneyland baut auf verschiedenen Nutzerprofilen auf.

Erstens Gelegenheitsnutzer, die bis zu 3'400 Franken pro Jahr mit der Karte bezahlen. Zweitens Vielnutzer, die bis zu 19'000 Franken pro Jahr mit der Karte bezahlen und drittens Wenignutzer, die bis zu 1'700 Franken pro Jahr mit der Karte bezahlen.

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