Aktualisiert 25.08.2015 15:59

KontraproduktivGrosse Windparks bremsen den Wind aus

Das hatten sich die Planer anders gedacht: Sehr grosse Windparks können dem Wind so viel Energie entziehen, dass die Turbinen weniger Strom produzieren.

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Sind Windparks zu gross, erzeugen sie weniger Energie.

Sind Windparks zu gross, erzeugen sie weniger Energie.

Erneuerbare Energien stehen bei Stromerzeugern hoch im Kurs. Doch vor allem grosse Windparks stossen oft auf Widerstand, weil befürchtet wird, sie könnten die Landschaft verschandeln und Anwohner durch Lärm stören.

Doch das ist laut Forschern des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie im deutschen Jena nicht das einzige Problem, das die Betreiber von Windparks haben. Vielmehr bremsen sich die Anlagen selbst aus, wie sie in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreiben.

Viel bringt wenig

Das Problem: Die Anlagen gewinnen den Strom aus der Bewegungsenergie des Windes. Dafür müssen sie ihn abbremsen. Stehen jedoch zu viele Windturbinen beieinander, verliert der Wind so stark an Tempo, dass die Turbinen deutlich weniger Strom produzieren, wie das Team um Lee Miller mit einem Modell für den Mittleren Westen der USA zeigte, einer der windigsten Regionen der Erde.

Das Ausbremsen des Windes führt laut Miller und seinen Kollegen dazu, dass die Anlagen in dieser Region maximal etwa ein Watt pro Quadratmeter erzeugen können. Diese Energieausbeute liegt laut Mitteilung des Instituts deutlich unter früheren Abschätzungen, die diesen Bremseffekt nicht berücksichtigten.

Die Forscher gehen davon aus, dass die bisher existierenden Windparks deutlich unter der kritischen Grenze operieren und unter selbst verschuldeter Windstille leiden. Doch sie geben zu bedenken, dass sich das ändern könnte, wenn diese weiter ausgebaut werden.

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