«Grossen Fleck von der Seele entfernt»
Aktualisiert

«Grossen Fleck von der Seele entfernt»

In einer Erklärung vor dem australischen Parlament in Canberra hat sich Premierminister Kevin Rudd heute bei den Aborigines für die jahrzehntelange Diskriminierung entschuldigt und hat damit die Politik seiner Amtsvorgänger revidiert.

Das Bedauern der Nation über die verfehlte Ureinwohner-Politik solle helfen, «einen grossen Fleck von der australischen Seele» zu entfernen und dazu führen, «dass die Ungerechtigkeit der Vergangenheit niemals, niemals wieder passieren darf», sagte der Labour-Politiker.

Drama um «gestohlene Generationen»

Die Regierung richtet sich mit ihrer Entschuldigung an die so genannten «gestohlenen Generationen». Gemeint sind Ureinwohner, die als Kinder ihren Familien über Generationen bis in die 70er Jahre zwangsweise weggenommen wurden.

Die Kinder wurden in Waisenhäusern oder Pflegefamilien aufgezogen. Sie sollten entweder assimiliert oder als willige Hausangestellte für eine weisse Elite erzogen werden.

$$VIDEO$$

Raub von 50 000 Kindern

Nach Angaben von Kevin Rudd wurden auf diese Weise bis zu 50 000 Kinder ihren Familien entrissen. «Gesetze, die unser Parlament erlassen hat, haben die gestohlenen Generationen ermöglicht», sagte er.

Schmerz, Leid, Kränkung

«Wir entschuldigen uns für den Schmerz, das Leid und die Kränkung dieser gestohlenen Generationen, ihrer Nachfahren und der betroffenen Familien», sagte der Premierminister.

«Wir entschuldigen uns bei den Müttern und Vätern, den Brüdern und Schwestern, weil die Familien und Gemeinden zerrissen wurden. Wir entschuldigen uns für die Erniedrigung und Demütigung, die einem stolzen Volk und einer stolzen Kultur damit zugefügt wurden», hiess es in der Erklärung Rudds weiter.

Australiens neue, im November gewählte Mitte-links-Regierung bemüht sich um eine Verbesserung der Beziehungen zu den Aborigines, die heute noch 470 000 von 21 Millionen Einwohnern des Landes ausmachen.

(sda)

Deine Meinung