Waffen-Initiative: Grosser Andrang an den Urnen
Aktualisiert

Waffen-InitiativeGrosser Andrang an den Urnen

Während meist 43 bis 44 Prozent der Stimmberechtigten über eidgenössische Vorlagen befinden, stiess die Waffeninitiative auf grosses Interesse: 48.54 Prozent gingen an die Urne.

Die Waffenschutzinitiative vermochte besonders in der Deutschschweiz zu mobilisieren. Das Resultat beeinflusste dies nicht: Von der hohen Beteiligung hätten die Gegner und die Befürworter gleichermassen profitiert, sagte Claude Longchamp, Leiter des Forschungszentrums gfs.Bern. Die Initiative habe sowohl in ländlichen als auch in urbanen Gebieten mobilisiert.

Die höchste Beteiligung meldete einmal mehr Schaffhausen, der Kanton mit «Stimmzwang»: 65 Prozent der Berechtigten gaben ihre Stimme ab.

Besonders hoch war die Stimmbeteiligung ausserdem in den Kantonen der Zentralschweiz. In Zug und Obwalden lag sie bei 54 Prozent, in Nidwalden bei 53 Prozent und in Schwyz bei 51 Prozent. Auch in den Kantonen Bern und Wallis gingen über 50 Prozent an die Urne. Im Kanton Bern lag die Stimmbeteiligung bei 53 Prozent.

Grosses Interesse in Bern

Hauptgrund für das grosse Interesse in Bern dürften die Ständeratsersatzwahl und die kantonale Vorlage zu einem neuen Atomkraftwerk in Mühleberg sein. Obwohl diese Abstimmung lediglich konsultativen Charakter hatte, vermochte sie die Bevölkerung an die Urne zu locken.

Am geringsten war das Interesse im Kanton Jura, wo die Stimmbeteiligung bei 39 Prozent lag. Alle anderen Kantone meldeten eine Stimmbeteiligung von über 40 Prozent.

Tiefer als bei Ausschaffungsinitiative

So stark wie Ausländer- und Europa-Vorlagen vermochte die linke Waffenschutzinitiative jedoch nicht zu mobilisieren. An den Abstimmungen zur Ausschaffungs- und zur Minarett-Initiative beteiligten sich jeweils rund 53 Prozent der Stimmberechtigten.

Eine Spitzenbeteiligung von 79 Prozent hatte es bei der Abstimmung zum EWR-Beitritt im Jahr 1992 gegeben. Es gab aber auch schon Abstimmungssonntage mit einer Stimmbeteiligung unter 30 Prozent. Der Negativrekord stammt aus dem Jahr 1972. Damals beteiligten sich weniger als 27 Prozent an einer Abstimmung über den Schutz der Währung und die Stabilisierung des Baumarktes. (sda)

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