Aktualisiert 15.10.2004 10:43

«Grosses beginnt mit einem Brief»

Der Brief wird laut neuen Studien seine einzigartige Stellung unter den Kommunikationsmitteln trotz E-Mail und SMS behalten.

Unter dem Motto «Grosses beginnt mit einem Brief» will PostMail nun die handfesten Vorteile des Briefs ins Bewusstsein rufen. Ab November sind Anzeigen und Radiospots geplant. Auf Anfang 2005 folgt eine Ein-Franken-Dauermarke mit Sujets des Schweizer Fotografen Rene Burri und dem Motto der Kampagne.

Wie die Postspitze am Freitag an einem Mediengespräch in Bern darlegte, ist der Brief in der Schweiz trotz noch bestehendem Monopolschutz immer stärkerer Konkurrenz ausgesetzt. Die Zahl der privaten Internetanschlüsse wuchs innert fünf Jahren um 63 Prozent auf 2,7 Millionen an, die Marktdurchdringung mit Mobiltelefonen beträgt bereits 83 Prozent. Die Post geht davon aus, dass das Briefvolumen zwischen 2002 und 2010 um rund 16 Prozent sinken wird. Auch dann wären aber jährlich noch zweieinhalb Milliarden Briefe zu verteilen. Einen Teil des schrumpfenden Kuchens müsste dann möglicherweise mit Mitbewerbern geteilt werden.

Dass der Brief seine Stärken im Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation behalten hat, zeigen neueste Marktforschungsstudien des Instituts IHA-GfK im Auftrag der Post: Dabei gingen 57 Prozent der befragten Privatpersonen davon aus, dass sie auch in einigen Jahren gleich viele oder mehr Briefe verschicken werden als heute. Hervorgestrichen wurden der offizielle Charakter, die Diskretion und die Emotionalität des Briefs. So will eine Mehrheit von 92 Prozent eine Rechnung weiter per Brief erhalten. Bei der Mahnung lag die Zustimmung bei 89 Prozent, beim Kontoauszug bei 82 Prozent und bei Lohnabrechnung ebenfalls bei 89 Prozent. Auch bei Werbesendungen bevorzugten noch 60 Prozent den Brief.

Beim Persönlichen als hervorstechendster Eigenschaft ist der Brief laut Umfrage den anderen Kommunikationsmitteln weit überlegen. 82 Prozent wollen bei Glückwünschen und gar 97 Prozent bei Beileidsschreiben nicht auf den Brief verzichten. Vier von fünf Befragten wünschen, dass Grüsse zu Fest- und Feiertagen per Brief ins Haus kommen. 90 Prozent wollen Feriengrüsse auf Papier. 93 Prozent können sich Bekanntmachungen von besonderen Ereignissen wie Geburtstagen oder Hochzeiten nur in Briefform vorstellen.

(dapd)

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