Aktualisiert 28.01.2010 23:58

Tschäppäts neuste Idee

Grossfusion rund um Bern

Ittigen, Köniz, Ostermundigen und Muri sollen zu einer einzigen Gemeinde verschmelzen, wenn es nach Berns Stapi Alexander Tschäppät geht.

von
Simone Hubacher

«Der Leidensdruck im Kanton Bern ist im Moment offenbar noch nicht gross genug, dass die Gemeinden zu Fusionen tendieren», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät. «Immerhin macht die Region jetzt mit der Regionalkonferenz und dem Verein Bern neu gründen erste Schritte vorwärts.»

Ihm schwebt aber noch eine ganz andere Idee vor: «Die vier grossen Gemeinden rund um Bern – Köniz, Ittigen, Ostermundigen und Muri-Gümligen – sollten sich zusammenschliessen. Entstehen würde so ein starker Gürtel rund um Bern.» Dann wäre es einfacher, mit der neuen Grossgemeinde Gespräche über eine Fusion mit der Bundesstadt zu führen. «Die Ausgangslage wäre nicht mehr David gegen Goliath. Heute haben die Agglomerationsgemeinden Angst vor der Stadt», so Tschäppät. «Wir sind aber jederzeit bereit für Gespräche!»

«Ich nehme diese neue Idee zur Kenntnis», entgegnet Hans-Rudolf Saxer, Gemeindepräsident von Muri-Gümligen. «Aus meiner Sicht macht eine Fusion von Muri mit einer anderen Gemeinde aber keinen Sinn – es gibt keine überwiegenden Vorteile.» Vor allem steuerlich wäre das für Muri (Steuersatz: 0,99 – Bern 1,54) uninteressant. Auch in Ostermundigen stösst Tschäppät damit nicht auf Begeisterung. «Zuerst muss man wissen, was man erreichen will, bevor man über das Thema Fusion spricht», sagt Gemeindepräsident Christian Zahler.

Bern wäre neu auf Rang zwei

Die Stadt Bern hat heute 130 289 Einwohner. Würden sich Ittigen, Köniz, Muri-Gümligen und Ostermundigen zusammenschliessen, hätten diese vier insgesamt 77 274 Einwohner. Käme es tatsächlich zu einer Fusion dieses «Speckgürtels» mit Bern, wäre Grossbern auf einen Schlag 207 563 Einwoher «stark» und würde damit Basel und Genf (183 300 Einwoher) überholen. Nicht einzuholen ist aber Zürich. Die Stadt hat heute schon über 365 000 Einwohner.

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