«Blindflug»: Grosskontrollen gegen Unachtsamkeit
Aktualisiert

«Blindflug»Grosskontrollen gegen Unachtsamkeit

Jeder fünfte Verkehrsunfall geschah 2010 aus Unachtsamkeit. Deshalb haben die Polizeikorps im Kanton Zürich gestern eine Grosskontrolle zum Thema «Blindflug» durchgeführt.

von
Regina Ryser
Kontrolle gestern in Wädenswil. (Aebi)

Kontrolle gestern in Wädenswil. (Aebi)

«Saublöd. Das nervt mich jetzt sehr», sagt eine Autofahrerin. Sie ging der Polizei heute bei einer von drei Grosskontrollen im Kanton Zürich ins Netz. «Ich finde es praktisch, während der Fahrt zu telefonieren – aber mir ist auch bewusst, wie gefährlich es ist.» So einsichtig waren jedoch nicht alle Autofahrer: «Ich habe am Handy nur etwas nachgesehen – deshalb ist die Busse unfair», sagt eine andere Lenkerin.

Dem widerspricht Rolf Decker, Dienstchef Prävention bei der Kapo Zürich: «Wer eine Sekunde unachtsam ist, fährt bei Tempo 30 acht Meter unkontrolliert.» Dies könne dazu führen, dass man ein Hindernis zu spät sehe. «Blind zu fahren ist lebensgefährlich», so Decker.

Im vergangenen Jahr krachte es auf den Strassen im Kanton Zürich rund 14 000-mal – in 2816 Fällen waren die Fahrer abgelenkt. «Die meisten hatten das Handy am Ohr», so Decker. Wer ohne Freisprechanlage telefoniert sowie am Handy, Navigationsgerät oder MP3-Player hantiert, muss mit einer Busse ab 100 Franken rechnen. Zur Kasse gebeten oder verzeigt wurden bei der heutigen Grosskontrolle in Wädenswil, Zürich und Winterthur 86 von 264 Lenkern. Um die Verkehrsteilnehmer noch mehr auf die Gefahren des «Blindflugs» aufmerksam zu machen, haben die Polizeikorps im Kanton eine Präventionskampagne mit 3200 Plakaten gestartet.

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