Aktualisiert 04.08.2004 20:50

Grossmutters Asche am Finger

Erinnerungsstücke einmal anders: Zwei Schweizer Jungunternehmer verarbeiten die Asche Verstorbener zu bläulich schimmernden Diamanten, die dann in ein Schmuckstück eingearbeitet werden können.

Veit Brimer (38) und Rinaldo Willy (24) hatten ursprünglich die Idee, die aus Kremationsasche verarbeiteten Steine auf Granitblöcken stilvoll zu befestigen. «Wir wurden aber oft gefragt, ob

die Diamanten nicht auch in Schmuckstücke eingearbeitet werden können», bestätigte Willy einen «Facts»-Bericht. Willy und Brimer, die in Chur die Firma Algordanza gründeten, entschlossen sich deshalb, mit einem Juwelier zusammenzuarbeiten.

Die Firma Algordanza – romanisch für Erinnerung – presst als erste in Europa

die Asche Verstorbener bei 50000 Bar Druck und bei 1500 Grad Hitze zu Diamanten. Kostenpunkt: rund 6000 Franken für einen halbkarätigen und rund 9800 Franken für einen einkarätigen Diamanten – zuzüglich der Kosten des Juweliers. Intimschmuck und Piercings sind im Sortiment nicht vorgesehen.

Für Brimer und Willy ist es denkbar, ihre Idee längerfristig auszuweiten. Denn jede organische Asche – ob vom einst geliebten Haustier oder die eigene Nabelschnur – lässt sich zu Diamanten verarbeiten. Willy: «Dazu würden wir aber eine Tochterfirma gründen.»

(csr)

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