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«Einfach nur peinlich»Grossrätin eckt an, weil sie öffentlich über ihre Menstruation spricht

In einer Instagram-Story sprach die Basler Grossrätin Jo Vergeat (Grüne) am Dienstag über ihre Menstruation. Von ihrer Grossrats-Kollegin Gianna Hablützel (SVP) wurde sie dafür angegriffen.

von
Lea Lozano
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Die SVP-Politikerin Gianna Hablützel teilte am Dienstag einen Screenshot von Jo Vergeats (JGB) Instagram-Story. Sie schien sich daran zu stören, dass Vergeat öffentlich über ihre Menstruation spricht. 

Die SVP-Politikerin Gianna Hablützel teilte am Dienstag einen Screenshot von Jo Vergeats (JGB) Instagram-Story. Sie schien sich daran zu stören, dass Vergeat öffentlich über ihre Menstruation spricht.

Twitter
Die Story des Anstosses postete die Grüne Grossrätin Jo Vergeat am Dienstag auf Instagram.

Die Story des Anstosses postete die Grüne Grossrätin Jo Vergeat am Dienstag auf Instagram.

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Vergeat liess den Kommentar nicht auf sich sitzen und konterte. Im Gespräch mit 20 Minuten erklärt sie, wie wichtig sie es findet, dass man offen über Tabuthemen spricht. 

Vergeat liess den Kommentar nicht auf sich sitzen und konterte. Im Gespräch mit 20 Minuten erklärt sie, wie wichtig sie es findet, dass man offen über Tabuthemen spricht.

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Am Dienstag sorgte eine Instagram-Story von der Basler Grossrätin Jo Vergeat (Grüne) für Diskussionen. Vor allem ihre Grossrats-Kollegin Gianna Hablützel (SVP) hatte ein Problem mit dem von Vergeat geteilten Inhalt. In der Story erzählte Vergeat ihren Followern von einer misslichen Lage, in der sie sich befand: «Ich habe meine Blutung heute im Verwaltungsgebäude bekommen und hatte nichts dabei. Wie hätte ich mir jetzt die Gratis Tampons von Jessica Brandenburger gewünscht», schreibt sie. Die ehemalige Spitzenfechterin Hablützel fand das «einfach nur peinlich».

Ein Vorstoss Brandenburgers, der gratis Hygieneartikel für Schülerinnen forderte, wurde im November vom Grossen Rat an die Regierung überwiesen. Die SVP hält gar nichts von Gratis-Tampons und stimmte geschlossen dagegen.

«Hoffentlich müssen wir nicht auch noch über das ‹grosse Geschäft› von Jo Vergeat im Grossen Rat debattieren», stichelte Hablützel in ihrem Twitter-Post, in dem sie sich über Vergeats Insta-Story lustig macht. Die Grüne konterte den Angriff allerdings schlagfertig: «Aber grosse Geschäfte besprechen wir ja so oder so jede GR Sitzung.»

«Je mehr darüber gesprochen wird, desto weniger das Tabu»

Auf Anfrage von 20 Minuten erzählt Vergeat: «Ich teile auf Instagram regelmässig solch persönliche Erlebnisse. Ich finde es wichtig, dass man offen über Menstruation oder sexuelle Gesundheit spricht, um zu der Enttabuisierung beizutragen.» Sie sei deshalb überrascht gewesen, dass Hablützel es für nötig gehalten habe, ihre Story auf einer anderen Plattform zu verbreiten. «So wurde mein Ziel, die Enttabuisierung der Thematik, nur noch mehr erreicht, da mehr Leute darüber sprechen», findet die Politikerin vom Jungen Grünen Bündnis.

Gegenüber 20 Minuten steht Hablützel zu ihrem Tweet. «Ich bin überhaupt nicht prüde, aber ich finde es wirklich peinlich, wenn man über gewisse Themen so detailliert öffentlich sprechen muss.» Sie findet Vergeat habe als 27-jährige Politikerin eine gewisse Vorbildfunktion, die durch solche Posts nicht erfüllt werde. «Ich finde nicht die Menstruation peinlich, sondern die Person, die diese so öffentlich zelebrieren muss», so Hablützel. Auch daran, ob man Vergeat so als Politikerin ernst nehmen kann, zweifelt sie.

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