Kreativ und sexy: Grossratskandidaten auf Wählerfang

Aktualisiert

Kreativ und sexyGrossratskandidaten auf Wählerfang

Ob Plüschhandschellen, Crowdfunding-Projekt oder Wanderausflug: Im Kampf um die Gunst der Wähler greifen einige Grossratskandidaten zu kreativen Mitteln.

von
Christoph Albrecht

Kleines Wahlkampfbudget, grosser Erfindergeist: Im Rennen um einen Grossratsitz lassen einige Kandidaten nichts unversucht, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Weil für eine gross angelegte Kampagne aber nicht selten das nötige Geld fehlt, ist von den Politikern Kreativität gefragt.

Dies hat sich auch der Wyniger SP-Politiker Gilles Zaugg zu Herzen genommen: Auf der Internet-Spendenplattform 100-days.net sucht er derzeit nach Privatpersonen und Sympathisanten, die seinen Wahlkampf mitfinanzieren: «Das Geld brauche ich für Flyer, Plakate und Inserate», so der 34-Jährige.

Wer spendet, kriegt ein Goodie

Insgesamt 2000 Franken Einnahmen hat sich der Emmentaler zum Ziel gesetzt. Für jede eingehende Spende gibt es eine Gegenleistung in Form eines Goodies: «Je nach Grösse der Spende verschenke ich etwa Eintritte ins Museum oder in die Schaukäserei», so Zaugg.

Obwohl die Spenden bisher noch auf sich warten lassen, ist er von der Online-Spendenplattform angetan: «Diese Art der Spendensuche ist mir viel lieber als Bettelbriefe zu schreiben», so der Politiker.

«Politisches Walken»

Einen unkonventionellen Weg geht auch der BDP-Politiker Umberto Colicchio: Im Vorfeld der Grossratswahlen, die am 30. März stattfinden, setzt der Oberaargauer auf Bürgernähe – und lädt Interessierte zum «Politischen Walken» ein: «Von vielen Kandidaten weiss man zu wenig», findet Colicchio. Mit den Wanderungen wolle er den Leuten die Möglichkeit bieten, ihn und seine politischen Ideen in einer ungezwungenen Atmosphäre besser kennenzulernen.

Mit sexy Handschellen auf Wählerfang

Noch unverkrampfter geben sich die Jungfreisinnigen: Auf ihren Wahlplakaten provozieren sie mit rosa und hellblauen Plüschhandschellen sowie der zweideutigen Botschaft «Du entscheidest, wer Dich fesseln darf.»

Laut Grossratskandidatin Mentari Baumann seien die Handschellen eine Anspielung auf die vielen staatlichen Bevormundungen und Verbote, gegen die sich die Jungfreisinnigen einsetzen wollen. «Wir stehen für weniger Fesseln und für mehr Freiheit», so Baumann. Wer sie wähle, brauche die Handschellen höchstens noch im Bett.

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