Aktualisiert 12.12.2006 08:07

Grossrazzia gegen die Mafia in Stuttgart

Die Polizei ist in Stuttgart mit tausend Beamten massiv gegen die organisierte Kriminalität vorgegangen: Elf Personen wurden in Deutschland und Italien verhaftet.

Es seien insgesamt 34 Unternehmen, neun Baustellen sowie 36 Privatwohnungen durchsucht worden.

Bei den Festgenommenen handele es sich überwiegend um Italiener im Alter zwischen 30 und 54 Jahren. Sie werden verdächtigt, in der Struktur einer kriminellen Vereinigung im Baugewerbe Betrugs- und andere Delikte begangen sowie Arbeitsentgelte im Zusammenhang mit Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung veruntreut und auch nicht ausgezahlt zu haben. Der Schaden wurde mit 20 Millionen Euro gegangen.

Ermittlungen des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz führten die Fahnder Ende 2005 auch nach Baden-Württemberg. Hier ergaben erste Ermittlungen Hinweise auf Organisierte Kriminalität mit Schwerpunkten in der Region Stuttgart. Mit Hilfe von Scheinfirmen sollen die Verdächtigen Schwarzgeld zur Bezahlung von Schwarzarbeitern erzielt haben, für die die gesetzlich vorgeschriebenen Beiträge und Abgaben nicht entrichtet worden waren. Die Polizei schliesst eigenen Angaben zufolge nicht aus, dass das kriminelle Netzwerk bereits seit 1993 besteht.

Das Ermittlungsverfahren trägt den Namen «Polpo». Das italienische Wort bedeute Krake. Insgesamt waren über 1000 Beamte und Mitarbeiter von Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft im Einsatz. Schwerpunkte der Durchsuchungen waren neben zahlreichen Privatwohnungen landesweit auch verschiedene Unternehmen und Grossbaustellen. Die meisten der Verdächtigen wurden in Baden-Württemberg festgenommen, weitere in Süditalien, von wo sich drei der Personen an den Machenschaften in Deutschland beteiligt hatten, berichtete der Sprecher. (dapd)

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