Kampft gegen Kartelle: Grossrazzien in Casinos
Aktualisiert

Kampft gegen KartelleGrossrazzien in Casinos

Nach dem Brandanschlag auf ein Casino in Monterrey mit 52 Toten durchkämmten hunderte Soldaten und Polizisten Mexikos Spielhöllen. Grund für den Anschlag war, dass der Casinobesitzer sich weigerte Schutzgeld zu bezahlen.

Nach dem Brandanschlag auf ein Kasino in Monterrey hat die Justiz die kriminellen Machenschaften rund um Spielhallen ins Visier genommen. Die Behörden der Millionenstadt ordneten die Überprüfung aller Kasinos an und schlossen 17 dieser Etablissements.

Dabei gehe es unter anderem um Schutzgelderpressung und die Zusammenarbeit mit kriminellen Banden, sagte Bürgermeister Fernando Larrazabel. Der Überfall auf das «Casino Royale» am Donnerstag hängt vermutlich mit einer solchen Erpressung zusammen.

Geweigert Schutzgeld zu bezahlen

Ein Drogenkartell habe von den Casinobetreibern 100'000 Pesos (rund 6500 Franken) Schutzgeld pro Woche verlangt, berichtete die Zeitung «Reforma» am Samstag unter Berufung auf «offizielle Quellen». Die Eigentümer hätten dies aber abgelehnt.

Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen die örtliche Polizei, die bei dem Überfall weggesehen habe, wie die Zeitung «El Universal» am Sonntag berichtete.

«Die Ereignisse sind die Folge einer Kultur der Korruption, der Straflosigkeit, der Gesetzlosigkeit und der kranken und kriminellen Hirne, die keinerlei Respekt vor dem Leben haben», sagte der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Rodrígo Medina, am Samstag vor der Presse.

Hohes Kopfgeld ausgesetzt

Bei dem Anschlag auf das «Casino Royale» waren am Donnerstag 52 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Sechs bewaffnete Angreifer hatten das Gebäude am helllichten Tag gestürmt und es in Brand gesetzt. Die Täter konnten flüchten.

Die Behörden veröffentlichten Phantomzeichnungen und setzten ein Kopfgeld für Hinweise zu ihrer Ergreifung in Höhe von umgerechnet 21 Millionen Franken aus.

Die Eigentümer des Etablissements hatten dem Zeitungsbericht vom Samstag zufolge bereits Anfang der Woche eine Drohung von einem der in Monterrey aktiven Drogenkartelle erhalten. Sie hätten sich aber geweigert, auf die Schutzgelderpressung einzugehen. Die Namen der oder des Besitzers wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

In Monterrey im Nordosten Mexikos tobt seit einiger Zeit ein brutaler Kampf zwischen der Killerbande Los Zetas und dem sogenannten Golf-Kartell. Wegen der zunehmenden Unsicherheit tragen sich immer mehr Unternehmen mit dem Gedanken, ihre Aktivitäten aus Monterrey in sicherere Regionen des Landes zu verlegen.

(sda)

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