Test zeigt - Grossteil von Pouletfleisch im Handel ist mit gefährlichen Keimen belastet
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Test zeigtGrossteil von Pouletfleisch im Handel ist mit gefährlichen Keimen belastet

Eine Labor-Untersuchung von Pouletfleisch von verschiedenen Anbietern hat gezeigt, dass die meisten mit riskanten Keimen kontaminiert sind. Auch Bio-Produkte waren betroffen.

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Im Test wurden auf vielen Pouletprodukten gefährliche Keime gefunden.

Im Test wurden auf vielen Pouletprodukten gefährliche Keime gefunden.

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Von 30 Proben enthielten über 20 gefährliche Bakterien. 

Von 30 Proben enthielten über 20 gefährliche Bakterien.

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Auch bei Bio-Produkten ist dies teils der Fall. 

Auch bei Bio-Produkten ist dies teils der Fall.

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Darum gehts

  • 30 Poulet-Proben wurden untersucht, ein Grossteil enthielt Bakterien wie Campylobacter und E. Coli.

  • Ausserdem wies ein Drittel der Poulets Spuren von Medikamenten auf.

  • Ein Detailhändler kündigte an, Massnahmen bezüglich der Hygiene einzuleiten.

Eine Auswertung von über 30 Poulets von verschiedenen Anbietern hat gezeigt, dass die meisten Proben resistente Keime aufwiesen. Lediglich neun der getesteten Proben wurden laut «K-Tipp»-Test als tadellos eingestuft. Acht der als «gut» eingestuften Proben stammten von Schweizer Pouletfleisch.

Bei der Migros schnitten die Pouletprodukte am besten ab: fünf der sieben getesteten Proben wiesen keine Keime auf. Bei Coop wurden in fünf von sechs Fällen gesundheitlich bedenkliche Keime festgestellt.

Wer meint, mit Bio fahre er besser, wird enttäuscht: drei der sechs Bio-Produkte enthielten antibiotikaresistente Bakterien, darunter zwei mit den Label von Bio Suisse. Laut dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau darf ein Bio-Masthuhn nur eine einzige Behandlung mit Antibiotika durchmachen. Andernfalls wird dem Poulet das Bio-Label aberkannt.

Aber nicht nur antibiotikaresistente Bakterien wies das Poulet auf, es wurden auch Campylobacter-Bakterien erkannt. Diese sorgen in der Schweiz für 8000 Erkrankungen jährlich und lösen Fieber, Bauchkrämpfe und Durchfall aus. 50 Prozent dieser Art von Bakterien sind Stand 2020 gegen Antibiotika immun.

Auch Globus-Poulet mit Keimen verunreinigt

Auch die Handhabung von Pouletwaren verlief mehrmals unsauber, so waren vier Produkte so stark verkeimt, dass sie am Ablaufdatum nicht mehr hätten verkauft werden dürfen. Darunter ein Coquelet von Globus und ein Bio-Pouletsteak von Manor. Im Globus-Produkt sowie bei Pouletbrust von Prix-Garantie fanden die Forscher die Fäkalbakterien E.coli, allerdings in geringen Mengen.

Jedes dritte Poulet wies Spuren von Medikamenten auf, da Masthühner in ihrem Futter Arzneimittel bekommen. Zu den Ergebnissen der Untersuchung sagt Bio Suisse: «Antibiotikaresistente Bakterien in Bio-Poulets bedeuten nicht, dass bei der Mast tatsächlich Antibiotika verabreicht wurden.» Es handle sich dabei um Kontaminationen, verursacht durch Menschen, Einstreu oder Wasser. Detailhändler Globus gab an, bezüglich der Hygiene Massnahmen einzuleiten.

Je mehr Poulets auf engem Raum gehalten und gemästet werden, desto stärker nimmt die Gefahr zu, dass sich im Fleisch Bakterien finden. 2020 wurden in der Schweiz 70 Millionen Masthühner geschlachtet. Im Schnitt landeten pro Einwohner 14 Kilogramm Poulet auf dem Teller.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Essstörung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

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