Aktualisiert 30.08.2018 09:43

Skywork-Pleite

Grounding macht Bern-Belp zum Geisterflughafen

Harte Landung für Mitarbeiter und Passagiere: Die Berner Airline Skywork hat am Mittwochabend den Betrieb eingestellt. Am Donnerstag zeigt sich der Flughafen menschenleer.

von
ber / miw
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Nach dem Grounding von Skywork stehen am Donnerstagmorgen alle Saab-Maschinen am Flughafen Bern. «Ein trauriger Tag nach den YB-Feierlichkeiten von gestern», meint ein Leser-Reporter.

Nach dem Grounding von Skywork stehen am Donnerstagmorgen alle Saab-Maschinen am Flughafen Bern. «Ein trauriger Tag nach den YB-Feierlichkeiten von gestern», meint ein Leser-Reporter.

Leser-Reporter/Lukas Wyss
Die Flugzeuge stehen am Boden; nach dem Grounding ist im Belpmoos an Abheben nicht mehr zu denken.

Die Flugzeuge stehen am Boden; nach dem Grounding ist im Belpmoos an Abheben nicht mehr zu denken.

20min / ber
11'000 Passagiere sind von dem Aus betroffen. Das wenige Personal, das am Tag nach dem Grounding erschienen ist, muss sich mit gestrandeten Kunden herumschlagen.

11'000 Passagiere sind von dem Aus betroffen. Das wenige Personal, das am Tag nach dem Grounding erschienen ist, muss sich mit gestrandeten Kunden herumschlagen.

20min / ber

Trotz stetigen Schwierigkeiten der Skywork Airlines überraschte deren Nachricht vom Mittwochabend: Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Partner hat die Fluggesellschaft den Betrieb am Mittwochabend eingestellt. Vom Grounding sind 11'000 Fluggäste betroffen; der Flughafen empfahl seinen Passagieren, nicht am Flughafen zu erscheinen.

Die Nachricht über das definitive Aus der kleinen Fluggessellschaft schient sich in der Region wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben – am Donnerstagmorgen gleicht der Flughafen einer Geisterstätte. Die Flugzeuge stehen am Boden, weder das Personal noch Fluggäste sind am Morgen im Belpmoos aufgekreuzt.

Rückerstattung der Tickets?

Derzeit beschäftigen sich die betroffenen Fluggäste zuhause mit dem Kampf um eine Rückerstattung ihrer Tickets.« Ich habe übrigens weiterhin keine E-Mail von Skywork. Ich bin gespannt ob es dabei bleibt und Skywork vorhat, sich nicht mehr zu melden und mein Geld zu behalten», ärgert sich ein Kunde auf Twitter. «1A Service», meint er sarkastisch.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) rät den Betroffenen Folgendes:

Passagiere, die über ein Reisebüro gebucht haben, sollen sich mit dem Reisebüro oder der Buchungsstelle in Verbindung setzen. Falls der Reiseveranstalter ein Schweizer Reisebüro ist, könne man sich bei Schwierigkeiten an den Ombudsman der Schweizer Reisebranche wenden.

Passagieren, die direkt bei der Airline gebucht haben, wird geraten, ihren Versicherungsschutz zu prüfen. Allenfalls haben sie eine Annullationskostenversicherung für den Insolvenzfall. Falls die Ticketgebühren mit einer Kreditkarte bezahlt wurden, rät das Bazl, die Kreditkartengesellschaft zu kontaktieren, um zu prüfen, ob eine Rückerstattung möglich sei. Grundsätzlich müssten Passagiere aber ihre Forderungen (zum Beispiel Ticketkosten) im Rahmen des Konkursverfahrens beim Konkursverwalter anmelden. Passagiere, die über eine Buchungsplattform Tickets gekauft haben, können sich bei der Plattform melden.

Das Bazl weist jedoch darauf hin, dass die Situation für die Passagiere zumeist dieselbe ist, wie wenn sie direkt bei der Fluggesellschaft gebucht hätten.

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