Grubenunglück in China: Mehr als 200 Todesopfer
Aktualisiert

Grubenunglück in China: Mehr als 200 Todesopfer

Bei einem der schwersten Grubenunglücke der vergangenen Jahrzehnte sind in China mindestens 203 Bergarbeiter getötet worden.

Im Kohlebergwerk Sunjiawan in der Provinz Liaoning gab es am Montagnachmittag eine gewaltige Gasexplosion. Fast 24 Stunden nach dem Unglück wurde am Dienstag ein Arbeiter lebend aus der Grube gerettet, zwölf weitere waren noch eingeschlossen.

Präsident Hu Jintao ordnete an, alles zu tun, um die Verschütteten zu bergen. Die Explosion ereignete sich laut Xinhua 242 Meter unter Tage. 28 Arbeiter konnten verletzt geborgen werden. Sie wurden wegen Kohlenmonoxidvergiftung, Verbrennungen und Knochenbrüchen behandelt. Einer der Verletzten sei ins Koma gefallen, weil er sich eine schwere Kopfwunde zugezogen habe, meldete Xinhua weiter.

Die Explosion in der Sunjiawan-Mine ist das bislang schwerste Unglück, das seit der kommunistischen Staatsgründung im Jahr 1949 bekannt wurde. Die Grube förderte jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Kohle. Sie liegt in der nordostchinesischen Region Fuxin, einem der ältesten Kohlereviere des Landes.

Die chinesischen Bergwerke gehören zu den gefährlichsten der Welt. Immer wieder kommt es zu Explosionen, Bränden oder Überflutungen, die zahlreiche Arbeiter das Leben kosten. Allein im vergangenen Jahr wurden dabei mehr als 6.000 Kumpel getötet. Vier Fünftel aller Opfer von Grubenunglücken weltweit waren in China zu beklagen, wie die Behörden mitteilten.

Im November kamen in der Provinz Shaanxi 166 Arbeiter bei der Detonation in einer Mine um, eine weitere Grubengasexplosion einen Monat zuvor in der Provinz Henan riss 148 Arbeiter in den Tod. Ministerpräsident Wen Jiabao besuchte im Januar die Angehörigen der in Shaanxi getöteten Kumpel und versprach bessere Sicherheitsvorkehrungen und eine bessere Ausbildung, um derartige Unglücke künftig zu verhindern.

Den Minenbetreibern wird immer wieder vorgeworfen, sie vernachlässigten die Sicherheit, um ihre Profite zu steigern. Verstärkt wird diese Entwicklung durch den rapide steigenden Energiebedarf des Landes.

(dapd)

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