UBS-Affäre: Grübel will Schrottpapiere zurückkaufen
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UBS-AffäreGrübel will Schrottpapiere zurückkaufen

Oswald Grübel will sich aus den Fängen des Bundes befreien und von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die faulen Papiere zurückkaufen, welche die UBS im letzten Herbst in höchster Not der Nationalbank abgetreten hat. Die Finma ist gegenüber dem Vorhaben skeptisch: zuerst muss die UBS beweisen, dass sie stabil genug ist.

Grübel würde am liebsten noch dieses Jahr handeln. Dies berichten unabhängige Quellen gegenüber der Zeitung «Sonntag».

Doch im Moment darf Grübel den grossen Befreiungsschlag noch nicht führen, denn noch ist nicht klar, ob die Bank wirklich gesund genug ist für die völlige Unabhängigkeit. Letzten Herbst waren für die Rettung der UBS 60 Milliarden Franken von der Nationalbank (SNB) vorgesehen. Um ganz so viel geht es nicht mehr. Im Frühjahr wurden dann aber nur Schrott-Papiere für 40 Milliarden der Nationalbank verkauft. Diese konnte dank der Erholung der Häuserpreise einen Teil dieser Papiere verkaufen.

Das maximale Risiko der Nationalbank bei der Verwertung illiquider Wertpapiere der UBS hat sich inzwischen auf 28 Milliarden Franken reduziert. Für die UBS ist das nach wie vor viel Geld. Vergleicht man die 28 Milliarden Franken mit den 33 Milliarden Franken Kernkapital (Tier 1), das die UBS im Moment ausweist, erscheint das Risiko doch ziemlich hoch. Der schlimmste Fall, der aus Sicht der Regulatoren eintreten könnte, wäre, wenn die Börse wieder zusammenbricht und die Rettungsaktion ein halbes Jahr später wiederholt werden müsste.

Finma verlangt Abklärungen

Finma-Sprecher Alain Bichsel betont denn auch: «Wenn die UBS die Papiere von der Nationalbank zurückkaufen will, dann muss die Finma erst einmal prüfen ob die Bank dafür stabil genug ist.»

Bei der UBS war dazu keine Stellungnahme zu erhalten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte eine UBS-Pressesprecherin lediglich, im Moment sei ein solcher Kauf nicht geplant, allerdings würden sie sich vorbehalten, in der Zukunft ein Angebot zu machen. Die Nationalbank, so ist zu hören, will mehr als einfach nur ihr Geld zurück. Dort will man eine auch Entschädigung für das eingegangene Risiko. Da sind harte Verhandlungen angesagt.

Quelle: «Sonntag»

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