Energieverschwender: Grüne ärgern sich über offene Ladentüren
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EnergieverschwenderGrüne ärgern sich über offene Ladentüren

Weil in Luzern viele Ladentüren dauerhaft offen stehen, appellieren die Grünen an die Inhaber: Sie sollen die Türen schliessen, um Energie zu sparen.

von
Daniela Gigor
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Marco Müller, Grossstadtrat Grüne Luzern appelliert an die Ladenbesitzer in Luzern, dass sie die Türen schliessen sollen, um Energie zu sparen.

Marco Müller, Grossstadtrat Grüne Luzern appelliert an die Ladenbesitzer in Luzern, dass sie die Türen schliessen sollen, um Energie zu sparen.

Josef Williner, Präsident der City Vereinigung Luzern widerspricht den Vorwürfen von Grossstadtrat Marco Müller.

Josef Williner, Präsident der City Vereinigung Luzern widerspricht den Vorwürfen von Grossstadtrat Marco Müller.

City Vereinigung
Laut Müller hätten in der Altstadt von Luzern viele Geschäfte ihre Türen im Sommer und im Winter den ganzen Tag geöffnet.

Laut Müller hätten in der Altstadt von Luzern viele Geschäfte ihre Türen im Sommer und im Winter den ganzen Tag geöffnet.

Keystone

«In der Altstadt hat praktisch jedes zweite Geschäft die Ladeneingänge im Sommer und im Winter dauerhaft geöffnet», ärgert sich Marco Müller, Grossstadtrat Grüne Luzern. Dies führe nicht nur dazu, dass die Kunden ungehindert in die Geschäfte eintreten könnten, sondern auch dazu, dass die kalte Aussenluft in die geheizten Räume eindringen würde.

«Jede Türöffnung hat einen Wärme- respektive einen Kälteverlust des Innenraums zur Folge und damit auch einen Energieverlust», sagt Müller. «Um diesen Verlust so gering wie möglich zu halten, sollten die Türen nur so lange wie nötig offen stehen.»

Müller ist erstaunt darüber, dass auch Türen, die sich beim Ein- und Austreten automatisch öffnen, während des ganzen Tages offen gehalten würden. Ihm geht es darum, dass mit dem Schliessen der Türen viel Energie gespart werde und damit erst noch Goodwill bei den potentiellen Kunden geschafft werden könne: «Es gibt Leute, die sich über die geöffneten Eingangstüren aufregen. Wir haben auch Rückmeldungen von Personen erhalten, die ausserhalb von Luzern leben.» Um die Geschäftsinhaber auf diese Missstände hinzuweisen, hat Müller einen offenen Brief an die City Vereinigung geschickt.

City Vereinigung zweifelt an den Aussagen Müllers

Im Schreiben wird darum gebeten, dass die City Vereinigung ihre Mitglieder auf die Reduktion ihres Energieverbrauches sensibilisiert. Dies hat die City Vereinigung laut deren Präsidenten Josef Williner bereits getan: «Im Herbst 2018 offerierte die Fachstelle Umweltschutz der Stadt Luzern zu diesem Thema Besuche bei Geschäften an, um sie zu beraten, wie Energiekosten gespart werden können.» Dieses Angebot sei rege benutzt worden und die City Vereinigung werde sich darum bemühen, dass diese Beratungen in diesem Jahr wiederholt würden.

Williner zweifelt aber daran, dass es Verkaufsgeschäfte gebe, welche den ganzen Tag die Türen offen halten würden. Der Detailhandel sei unter Druck und Kosten zu sparen sei ein aktuelles Thema. «Es kann sein, dass die Türen kurzfristig zum Lüften geöffnet gehalten werden, aber niemand geht sorglos oder verschwenderisch mit Energie um», so Williner. Hinzu käme, dass sich die Kundschaft bei kalten oder heissen Temperaturen in den Läden nicht wohl fühlen würden, was sich kontraproduktiv auswirken würde.

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