Solothurn: Grüne auf dem Sprung in die Regierung
Aktualisiert

SolothurnGrüne auf dem Sprung in die Regierung

Als Bundesratskandidatin und Nationalrätin ist Brigit Wyss gescheitert. Heute könnte sie dafür als erste Grüne in den Solothurner Regierungsrat einziehen. Der FDP droht ein Desaster historischen Ausmasses.

von
hhs
Brigit Wyss möchte am Sonntag in die fünfköpfige Solothurner Regierung einziehen.

Brigit Wyss möchte am Sonntag in die fünfköpfige Solothurner Regierung einziehen.

Das Solothurner Volk wählt heute drei neue Mitglieder in die Kantonsregierung. Zum zweiten Wahlgang treten vier Kandidierende an: Die Grünen möchten erstmals einen Sitz in der Exekutive erobern. CVP und FDP wollen ihre jeweilige Doppelvertretung halten.

Die Grünen sind mit der früheren Nationalrätin Brigit Wyss im Rennen. Die 53-jährige Wyss hatte im ersten Wahlgang vom 3. März ein überraschend gutes Resultat erzielt. Die Projektleiterin bei Pro Natura und frühere Bundesratskandidatin lag auf dem vierten Platz der insgesamt neun Kandidierenden.

Kantonsräte sollens für die CVP richten

Die CVP will mit den Kantonsräten Roland Fürst und Roland Heim ihre zwei Exekutivsitze verteidigen. Der 51-jährige Fürst, Direktor der Solothurner Handelskammer, hatte im ersten Anlauf das beste Resultat der Nichtgewählten erreicht. Auf dem sechsten Platz landete dagegen der 57-jährige Heim.

Brigit Wyss im Stresstest

Die FDP tritt mit Remo Ankli zur Stichwahl an. Der 39-Jährige lag im ersten Wahlgang auf dem fünften Platz. Der Parteisekretär, Theologe und freischaffende Historiker ist der einzige Bewerber aus dem Schwarzbubenland.

Erst zwei Regierungsräte bestätigt

Die Regierung setzt sich seit acht Jahren aus je zwei FDP- und CVP-Vertretern sowie aus einem Sozialdemokraten zusammen. Das Volk bestätigte im März die zwei bisherigen Regierungsmitglieder Esther Gassler (FDP) und Peter Gomm (SP).

In der Exekutive sind drei der fünf Sitze frei, weil die Regierungsräte Christian Wanner (FDP), Walter Straumann (CVP) und Klaus Fischer (CVP) zurücktreten.

FDP droht erneute Wahlschlappe

Wenn die Grünen zum ersten Mal einen Regierungssitz erobern, so verliert entweder die FDP oder die CVP den zweiten Sitz. Für die FDP wäre dies erneut eine historische Wahlschlappe. Bei den Ständeratswahlen 2011 musste die FDP nach 163 Jahren ihren Ständeratssitz abgeben. Pirmin Bischof (CVP) gewann den Sitz.

In der Regierung hält die FDP seit 61 Jahren zwei Sitze. Bis 1952 hatte die FDP drei Sitze, bis 1917 vier und bis 1887 sogar alle fünf Sitze belegt. Dagegen verlor die CVP bereits 2003 ihren zweiten Sitz an den eher glücklos agierenden Regierungsrat und heutigen SP-Ständerat Roberto Zanetti. Nur zwei Jahre später eroberte die CVP ihren zweiten Sitz von der SP zurück. (hhs/sda)

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