Aktualisiert 25.03.2016 10:53

Friedhof am HörnliGrüne Bestattung – letzte Ruhe unter einer Buche

Auf dem Friedhof am Hörnli steht ein Gemeinschaftsbaum, unter dem künftig Beerdigungen stattfinden werden. Das Angebot stösst bei den Baslern auf viel Anklang.

von
jd
Bernhard Meister vom Friedhof am Hörnli zeigt, wo künftig Bestattungen durchgeführt werden: unter einer grossen, schönen Buche.

Bernhard Meister vom Friedhof am Hörnli zeigt, wo künftig Bestattungen durchgeführt werden: unter einer grossen, schönen Buche.

Kein Anbieter/jd

Naturverbunden bis in den Tod: Ein neues Angebot auf dem Friedhof am Hörnli ermöglicht es Baslern, unter einem Baum begraben zu werden. «Menschen suchen während ihren Lebzeiten vermehrt den Weg raus ins Grüne. Viele wünschen sich diese Naturnähe über den Tod hinaus», so Bernhard Meister, Leiter des Betriebs Bestattungswesen.

Mittlerweile sei es nichts Aussergewöhhnliches mehr, dass Angehörige die Asche einer geliebten Person auf einer fernen Insel, einem Berg oder in den Rhein verstreuen. «Wir wollen die Möglichkeit bieten, die Urne neben einem Baum zu vergraben. An einem Ort der Ruhe, der aber praktisch zu erreichen. Die Hinterbliebenen bekommen so einen Platz, den sie immer wieder aufsuchen können», führt Meister aus.

Platz für 270 Urnen

Der Gemeinschaftsbaum, eine riesige Buche, befindet sich in Waldnähe auf einer Wiese im hinteren Teil des Friedhofs. «Die Ecke wurde gut gewählt.» Wilde Blumen spriessen aus dem Boden, der mit Holzpfählen abgesteckt ist: Sie markieren die Fläche, wo die Verstorbenen ihre letzte Ruhe finden werden. Das Areal bietet 270 Urnen Platz, die künftig mit reichlich Abstand zum mächtigen Stamm unter die Erde gebracht werden. «Wir gehen davon aus, dass das Wurzel-Geflecht direkt unter dem Stamm zu massiv ist, um Urnen direkt am Stamm beisetzen zu können», so Meister. Die Gärtner werden dafür sorgen, dass beim Ausheben der Gräber die Wurzeln intakt bleiben.

«Den Ort muss man sich merken»

Er sei erstaunt darüber, dass die Leute so aufgeschlossen darauf reagieren. «Am Ende weiss man ja nie, wie neue Ideen ankommen, aber die Reaktionen sind durchwegs positiv», so Meister. 550 Franken kostet das Grab im Schutz der Buche. Bereits vor Ostern werde die erste Bestattung durchgeführt. Ausgeschildert werden die Standorte der Urnen nicht. «Den Ort muss man sich merken», sagt Meister.

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