EU-Verbot ab 2035: Grüne fordern Verbot für neue Verbrennungsmotoren ab 2025
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EU-Verbot ab 2035Grüne fordern Verbot für neue Verbrennungsmotoren ab 2025

Ab 2035 dürfen neue, fossil betriebene Autos in der EU nicht mehr auf den Markt. Links-Grün begrüsst den Entscheid und will teilweise gar noch weiter gehen. Bei der SVP sorgt das für Kopfschütteln.

von
Nicolas Meister
Stefan Lanz
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Die EU-Parlament hat beschlossen, dass ab 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr produziert werden dürfen.

Die EU-Parlament hat beschlossen, dass ab 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr produziert werden dürfen.

20min/Simon Glauser
Die Grünen fordern das bereits ab 2025 für die Schweiz, sagt Fraktionschefin Aline Trede. «Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir so schnell wie möglich von den fossilen Energien wegkommen müssen. Die Fristen dafür müssen kürzer gesetzt werden.»

Die Grünen fordern das bereits ab 2025 für die Schweiz, sagt Fraktionschefin Aline Trede. «Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir so schnell wie möglich von den fossilen Energien wegkommen müssen. Die Fristen dafür müssen kürzer gesetzt werden.»

20min/Simon Glauser
Laut SP-Nationalrat Roger Nordmann ist die Frist 2025 zu kurz. «Die Frist von 13 Jahren erlaubt es der Industrie, sich anzupassen und umzurüsten. Andernfalls könnten die Preise explodieren, etwa bei den Batterien für die Elektromobilität.»

Laut SP-Nationalrat Roger Nordmann ist die Frist 2025 zu kurz. «Die Frist von 13 Jahren erlaubt es der Industrie, sich anzupassen und umzurüsten. Andernfalls könnten die Preise explodieren, etwa bei den Batterien für die Elektromobilität.»

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Im Kampf für mehr Klimaschutz will das EU-Parlament den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Ende des Monats wollen die Mitgliedstaaten ihre Position zu einem Verkaufsverbot für Benzin- und Dieselautos festlegen.

Die Grüne-Fraktion begrüsst den Entscheid des EU-Parlaments, wie Fraktionschefin Aline Trede gegenüber 20 Minuten sagt. Sie geht gar noch einen Schritt weiter: In der Schweiz sollen bereits ab 2025 keine Personenwagen mehr zugelassen werden, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden.

«Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir so schnell wie möglich von den fossilen Energien wegkommen müssen. Die Fristen dafür müssen kürzer gesetzt werden.» Der Ausstieg würde zudem die Innovation bei alternativen Energieträgern ankurbeln, so Trede. Auch SP-Fraktionschef Roger Nordmann unterstützt den Ausstieg. Die Frist 2025 sei aber zu kurz. «13 Jahre hingegen erlauben es der Industrie, sich anzupassen und umzurüsten. Andernfalls könnten die Preise explodieren, etwa bei den Batterien für die Elektromobilität.» Die Schweiz sollte im Gleichschritt mit der EU handeln, sagt Nordmann.

Forderung der Grünen ist «nicht realistisch»

Ein Schritt in die richtige Richtung ist der EU-Entscheid auch für Mitte-Nationalrätin Priska Wismer-Felder. An einem Ausstieg aus den fossilen Energieträgern führe kein Weg vorbei. «Das bedingt jedoch, dass wir eine gesicherte Stromzufuhr haben, um beispielsweise den Bedarf der Elektrofahrzeuge abzudecken.» Die Forderung der Grünen ist für die Mitte-Nationalrätin nicht realistisch. «Ich befürchte, dass bis in drei Jahren weder die dafür nötigen Ladestationen noch der benötigte Strom vorhanden sein werden.»

Bei der SVP sorgt der Entscheid für Kopfschütteln. «Das ist der falsche Weg, auch für die Schweiz», sagt Thomas Hurter, Nationalrat und Zentralpräsident des «Auto Gewerbe Verband Schweiz» (AGVS). «Ein Technologieverbot ist nie zielführend und schadet der Innovation.» Dabei sei die Elektromobilität nicht die einzige Antriebsart mit einer Zukunft: «Synthetische Treibstoffe werden auch eine grosse Rolle in der Mobilität der Zukunft spielen.» Im Vergleich zur Elektro- und Wasserstoffmobilität seien Infrastruktur und Fahrzeuge dafür bereits vorhanden. «Wir dürfen nicht vergessen, dass für Wasserstoff eine komplett neue Infrastruktur aufgebaut werden müsste.» 

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