Aktualisiert 16.06.2011 18:25

Kloten ZH

Grüne kritisieren zollfreies Einkaufen

Weshalb soll ein «umweltschädigender Flugpassagier» billiger einkaufen können als jemand, der es mit dem Velo tut?

Diese Frage stellen Grüne Kantonsräte dem Zürcher Regierungsrat. Damit kritisieren sie den Arrival Duty Free am Zürcher Flughafen.

Seit Anfang Juni dürfen Flugpassagiere in Zürich bei der Ankunft 2 zollfrei einkaufen. Die paar Minuten, in denen sie auf ihr Gepäck warten, können sie mit dem Kauf von Tabak, Alkoholika und Kosmetik verbringen. Ab dem 19. Juli ist das Gleiche auch bei der Ankunft 1 möglich, wo eine zweite zollfreie Zone eröffnet wird.

Die Grünen haben ihre Zweifel an diesen Neueröffnungen. Der Flughafen Zürich sei ein volkseigener Betrieb, schreiben sie in ihrer Anfrage, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. «Ist die Ankurbelung des Verkaufs von Alkoholika und Tabak wirklich eine öffentliche Aufgabe?»

«Flughafen bricht EU-Recht»

Sie wollen ausserdem vom Regierungsrat wissen, weshalb der Flughafen Zürich «vorsätzlich EU-Recht» bricht. Damit beziehen sich die Grünen auf das EU-weite Verbot von Arrival Duty Free Zonen, welches die Schweiz mit ihrer Nicht-Mitgliedschaft umgeht.

Im europäischen Raum ist zollfreies Einkaufen nach der Ankunft nur noch in Island, Norwegen, Serbien und in der Türkei erlaubt - auch dies sind alles Nicht-EU-Länder. Auch auf Gibraltar ist Arrival Duty Free erlaubt.

(sda)

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