Bedenken: Grüne lehnen freie Wahl der Schule ab
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BedenkenGrüne lehnen freie Wahl der Schule ab

Die Grünen sind gegen die freie Schulwahl. Die Partei warnt bei einer vollen Kostenübernahme beim Besuch von nichtstaatlichen Schulen durch den Staat vor «Entsolidarisierung, Kindertourismus und mangelnder Planungssicherheit».

Eine freie Schulwahl bringe gravierende Nachteile mit sich, heisst es in einem Positionspapier, das die Partei am Montag präsentierte. Demnach könnte die Schule zur «unbeliebten Restschule» verkommen, weil für die öffentliche Schule die Gefahr einer Negativselektion bestehe.

Zudem wäre es nach Meinung der Partei «eine fatale Entwicklung», wenn sich viele Familien für eine Schule entscheiden würden, deren Schulweg das Kind nicht selbstständig bewältigen kann. Schon heute sei die Tendenz bedenklich, dass Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht würden.

Die Partei befürchtet weiter, dass die Infrastruktur von staatlichen wie nichtstaatlichen Schulen angepasst werden müsste, wenn die Zahl der Schüler unerwartet schwanke. Dies verteuere das Gesamtsystem deutlich und unnötig.

Erwünschte Vielfalt

Die freie Schulwahl bestehe rechtlich bereits heute. Es sei von öffentlichem Interesse, dass es nichtstaatliche Schulmodelle für eine nachhaltige und ganzheitliche Bildung gebe. Deren Erkenntnisse sollten in die Weiterentwicklung der Schule einfliessen.

Daher sei es berechtigt, nichtgewinnorientierte Schulen mit einem angemessenen Beitrag zu unterstützen, wie es in einigen Kantonen schon heute der Fall sei. Die Beiträge müssten nach Meinung der Grünen jedoch limitiert bleiben und an Auflagen bei der Aufnahme von neuen Schülern geknüpft werden, welche sich an Prinzipien wie Chancengleichheit und Integration orientieren.

Die freie Schulwahl ist von der Elternlobby Schweiz landesweit zum Thema gemacht worden. Im Kanton Baselland wird am 30. November zum ersten Mal darüber abgestimmt. In mehr als zehn weiteren Kantonen sind entsprechende Volksbegehren geplant. (dapd)

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