Aktualisiert 06.09.2007 16:29

Grüne Partei der Schweiz (GPS)

Die Grüne Partei der Schweiz (GPS) entwickelte sich als loser Verbund von Umweltschutz-Bewegungen und Organisationen auf kommunaler und kantonaler Ebene. Diese Entwicklung nahm in den frühen 1970er Jahren ihren Anfang, als sich in den Kantonen Neuenburg und Waadt Initiativgruppen gegen geplante Strassenprojekte bildeten (Mouvement populaire pour l'environnement (MPE) und Groupement pour la protection de l'environnement, (GPE)). 1979 wurde im Kanton Waadt der erste Grüne in den Nationalrat gewählt.

In der Deutschschweiz verlief die Entwicklung ähnlich. Auch hier bildeten sich vor allem in den städtischen Regionen in Zürich (Grüne Partei Kanton Zürich) und Bern (Freie Liste Bern) starke grüne Bewegungen heraus, die sich zumeist aus ehemaligen Bürgerlichen und Sozialdemokraten zusammensetzten. Diese beiden Kantonalsektionen eroberten 1983 ihre ersten Nationalratssitze.

Den diversen grünen Basisbewegungen und Gruppierungen fehlte jedoch bis 1983 eine nationale Dachorganisation. Beim Versuch, eine solche gesamtschweizerische Grüne Partei zu gründen, zeigten sich die starken politischen Differenzen zwischen den einzelnen lokalen und kantonalen Gruppen: Der eine Teil war eher bürgerlichen Werten verpflichtet und wollte den Umweltschutz innerhalb des bestehenden Systems etablieren (Vertreter dieser Richtung werden wegen ihrer realistischen Sichtweise oft als "Realos" bezeichnet). Dieser Teil gründete 1983 die Föderation der grünen Parteien der Schweiz (GPS), der u.a. die kantonalen Parteien von Genf, Waadt, Neuenburg, Zürich sowie die Freie Liste Bern angehörten. 1986 wurde der Name in Grüne Partei Schweiz geändert.

Dies machte sich in den politischen Positionen der GPS zunehmend bemerkbar: die GPS profiliert sich seither verstärkt mit sozialen Themen, indem sie klassische gewerkschaftliche Forderungen aufnahm (z.B. Ausbau von Wohlfahrtsstaat und Arbeitnehmerschutz). Diese Positionsbezüge oft links der SPS, das unsichere internationale Umfeld (Irak-Krieg) und der Aufbau einer national organisierten grünen Jugendorganisation, den Jungen Grünen, bescherten der GPS in den Wahlen 2003 mit 14 Sitzen (7.4 Prozent Wähleranteil) ihr bisher bestes Ergebnis.

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