Ratsdebatte: Grüne präsidierte erstmals den Nationalrat
Aktualisiert

RatsdebatteGrüne präsidierte erstmals den Nationalrat

Premiere im Nationalrat: Zum ersten Mal leitete heute ein Mitglied der Grünen vorübergehend die Sitzung. Maya Graf erzählt, wie es zu dieser historischen Begebenheit kam.

von
Ronny Nicolussi
Bern

Historischer Moment: Zum ersten Mal wird eine Sitzung des Nationalrats von einer Politikerin der Grünen (Maya Graf) geleitet.

Noch nie konnten die Grünen das Amt des höchsten Schweizers respektive der höchsten Schweizerin bekleiden. In zwei Jahren dürfte sich das voraussichtlich ändern. Mit der Wahl der Baselbieter Nationalrätin Maya Graf zur zweiten Vizepräsidentin des Nationalrats wurden am Montag vor einer Woche die Weichen gestellt, damit im Dezember 2012 eine Grüne das Nationalratspräsidium übernehmen kann.

Doch Geschichte wurde im Nationalrat bereits am Donnerstagmittag geschrieben. Die Uhren im Saal zeigten kurz vor zwölf Uhr, als Graf auf dem Stuhl von Nationalratspräsident Jean-René Germanier Platz nahm. Wie war es dazu gekommen? «Auch der Präsident braucht manchmal eine Pause und Vizepräsident Hansjörg Walter war an einer Sitzung», erklärt die Grüne Nationalrätin.

Allerdings wurde sie von dieser Situation nicht völlig überrumpelt. Nationalratspräsident Germanier ist es laut Graf wichtig, dass das Präsidium als Team funktioniert. Es sei deshalb abgemacht gewesen, dass Graf manchmal für kurze Zeit die Leitung übernehmen könne, um sich einzuarbeiten. Dass dies bereits in der zweiten Woche passiert sei, habe sie sehr geschätzt, verrät die 48-Jährige: «Ich finde es toll, dass er einfach zu mir kam und sagte: ‹Jetzt sitzt du mal hin!›»

«Eine grosse Ehre»

Die Premiere dauerte rund eine halbe Stunde. In dieser Zeit behandelte der Nationalrat zwei Parlamentarische Initiativen. Graf war vorwiegend damit beschäftigt, Rednerinnen und Redner aufzurufen. Trotzdem genoss sie ihren Auftritt: «Wenn man erstmals auf dem höchsten Stuhl der Schweiz Platz nimmt, ist das schon ein sehr schönes Gefühl. Und eine grosse Ehre.»

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