Aktualisiert 31.01.2012 21:04

Nicht umweltfreundlich

Grüne sind empört über die Ghüdersäcke

Wirbel um den neuen Ghüdersack: Dass dieser aus Deutschland importiert wird, stösst Politikern von links bis rechts sauer auf.

von
Nathalie Jufer
Stadtrat Luzius Theiler (Grüne) will ökologisch sinnvolle Lösungen.

Stadtrat Luzius Theiler (Grüne) will ökologisch sinnvolle Lösungen.

Die Berner entsorgen ihren Abfall neu in Ghüdersäcken, die im über 400 km entfernten Frankfurt am Main hergestellt werden. Bei der Auftragsvergabe wurde zwar ein möglichst CO2-freundlicher Müllsack aus Recyclingmaterial gewählt, den Fahrtweg hat man aber nicht eingerechnet. Dies sorgt bei der Grünen Partei für rote Köpfe. Damit dies künftig nicht mehr geschieht, soll der Gemeinderat den Kriterienkatalog für die Vergabe öffentlicher Aufträge um die Punkte «Verkehrsvermeidung» bzw. «möglichst kurze Transportwege» ergänzen, fordert GPB-Stadtrat Luzius Theiler. «Es geht nicht darum, nur Schweizer Firmen zu beschäftigen, sondern darum, die ökologisch sinnvollste Lösung zu präferieren.»

Auch SVP-Grossrat Thomas Fuchs ist für eine Auftragsvergabe in der Schweiz – jedoch aus anderen Gründen: «Die lokalen Geschäfte sollen unterstützt werden.» FDP-Fraktionspräsident Bernhard Eicher hingegen hat Zweifel. Er befürchtet eine Gefährdung der Gleichbehandlung im Beschaffungswesen: «Die Stadt soll die qualitativ beste, preiswerteste Lösung wählen.»

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