Zürcher Ersatzwahl: Grüne verzichten auf eigene Kandidatur

Aktualisiert

Zürcher ErsatzwahlGrüne verzichten auf eigene Kandidatur

Bei der Ersatzwahl in den Zürcher Regierungsrat vom 29. November treten die Grünen definitiv nicht an. Die Mitgliederversammlung vom Montagabend in Zürich sprach sich zudem gegen eine Unterstützung der grünliberalen Kandidatur aus.

Eine eigene Kandidatur wurde nach einer kontroversen Diskussion mit 71 gegen 30 Stimmen deutlich abgelehnt. Die Parteibasis stellte sich damit hinter den Antrag des Vorstandes. Die Grünen befänden sich in einem Dilemma, sagte Jeanine Kosch, Co-Präsidentein der Grünen Kanton Zürich. Sie seien vom Rücktritt von SVP- Regierungsrätin Rita Fuhrer überrascht worden.

Keine reelle Wahlchancen

Mit verschiedenen aussichtsreichen Kandidaten seien zwar Gespräche geführt worden. Diese hätten jedoch eine Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt, darunter auch der Stadtpräsident von Illnau-Effrektion, Martin Graf, der bei der letzten Gesamterneuerungswahl das abolute Mehr übertroffen, aber als Überzähliger ausgeschieden war.

Die Chance auf einen Sitz im Regierunsrat seien damit unrealistisch, sagte Kosch. Bei der Gesamterneuerungswahl im Jahre 2011 würden die Grünen aber auf jeden Fall antreten.

Ein Minderheit vertrat hingegen die Ansicht, die Grünen müssten Profil zeigen und sich bereits bei der Ersatzwahl stellen. Sonst machten sie sich unglaubwürdig. Der ehemaligen Stadtzürcher Parteipräsident Martin Abele schlug als Kandidatin die Stadtzürcher Nationalrätin Katharina Prellicz-Huber vor. Sie stelle im Gegensatz zum Kandidaten der Grünliberalen Partei (GLP) einen klaren Gegenpol zur SVP dar, argumentierten die Befürworter.

Der Antrag, die Nationalrätin auf den Schild zu heben, blieb jedoch chacenlos. Prellicz selber wäre bereit gewesen, «einen engagierten Wahlkampf zu führen», wie sie betonte.

Keine Sympathien für Bäumle

In einer konsultativen Abstimmung sprachen sich die Grünen zudem deutlich gegen eine formelle Unterstützung der angekündigten Kandidatur des grünliberalen Nationalrates Martin Bäumle aus. Bäumle sei kein Messias, auf den die Grünen gewartet hätten, wurde betont.

Ausser in ökologischen Fragen stehe Bäumle in andern Politikbereichen wie etwa in der Finanz- oder Sozalpolitik der SVP viel näher als den Grünen. Zusammen mit Verena Diener sei der grünliberale Nationalrat 2004 der Spaltpilz der Grünen gewesen.

Der 45-jährige Bäumle hatte sich selbst als Kandidat ins Spiel gebracht. Ob der Dübendorfer Nationalrat und Stadtrat tatsächlich ins Rennen steigen wird, entscheidet die GLP am Mittwoch.

(sda)

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