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VolksinitiativeGrüne wollen Flughafen frontal angreifen

«100'000 Flugbewegungen sind genug»: Die Grünen Basel-Land wollen per Volksinitiative dem Wachstum des Euro-Airports in Basel ein Ende setzen.

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obr
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Die Passagierzahlen am Euro-Airport Basel-Mülhausen steigen jährlich. Regelmässig werden neue Destinationen angeflogen. «Die Grenzen sind erreicht», sagt Parteipräsident Balint Csontos zum «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Die Passagierzahlen am Euro-Airport Basel-Mülhausen steigen jährlich. Regelmässig werden neue Destinationen angeflogen. «Die Grenzen sind erreicht», sagt Parteipräsident Balint Csontos zum «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

epa/Darek Szuster
Ihre Volksinitivative der Grünen Basel-Land verlangt, dass sich die Nachtflugsperre an der Regelung des Flughafen Zürich orientiert. Die Nachtruhe in Zürich dauert zwei Stunden länger.

Ihre Volksinitivative der Grünen Basel-Land verlangt, dass sich die Nachtflugsperre an der Regelung des Flughafen Zürich orientiert. Die Nachtruhe in Zürich dauert zwei Stunden länger.

Keystone/Patrick Straub
Weiter sollen die Flugbewegungen die Marke 100'000 pro Jahr nicht überschreiten dürfen. Zudem verlangt die Initiative, dass der Frachtanteil am Gesamtflugverkehr nicht mehr weiter ansteigt und nicht mehr als acht Prozent aller Anflüge über den lärmsensiblen Süden erfolgen dürfen.

Weiter sollen die Flugbewegungen die Marke 100'000 pro Jahr nicht überschreiten dürfen. Zudem verlangt die Initiative, dass der Frachtanteil am Gesamtflugverkehr nicht mehr weiter ansteigt und nicht mehr als acht Prozent aller Anflüge über den lärmsensiblen Süden erfolgen dürfen.

Keystone/Georgios Kefalas

Die Grüne Partei Basel-Landschaft hat beschlossen, eine Volksinitiative zu lancieren, um den Flugverkehr in Basel einzuschränken. Die Passagierzahlen am Euro-Airport Basel-Mülhausen steigen jährlich. Regelmässig werden neue Destinationen angeflogen. «Die Grenzen sind erreicht», sagt Parteipräsident Balint Csontos zum «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. «Der Flughafen will ausgerechnet in Zeiten der Klimakrise weiter wachsen, das ist unglaublich.»

Die Grünen wollen dies nun per Volksentscheid stoppen. Ihre Initivative verlangt, dass sich die Nachtflugsperre an der Regelung des Flughafens Zürich orientiert. Dort gilt nachts zwischen 23 und 6 Uhr ein Flugverbot. In Basel dürfen Flugzeuge bis Mitternacht und bereits ab fünf Uhr in der Früh starten und landen.

Weiter sollen die Flugbewegungen die Marke 100'000 pro Jahr nicht überschreiten dürfen. Im Jahr 2018 betrug gemäss Verkehrsstatistik des Euroairports das Total der Bewegungen 97'271 Flüge. Zudem verlangt die Initiative dass der Frachtanteil am Gesamtflugverkehr nicht mehr weiter ansteigt und nicht mehr als acht Prozent aller Anflüge über den lärmsensiblen Süden erfolgen dürfen. Der Kanton Basel-Landschaft dürfe weiter kein Geld sprechen, das eine Zunahme der Umweltbelastung durch Flugverkehr zur Folge hätte. Parteipräsident Balint Csontos bezeichnete diese Forderungen gegenüber SRF als «moderat».

«Erhebliche Beeinträchtigung»

«Seit längerer Zeit beschäftigen wir uns intensiv mit den Forderungen der Initiative», sagt EuroAirport-Sprecherin Vivienne Gaskell. «Bei einer allfälligen Umsetzung der Initiative würde das bestehende Betriebsmodell des EuroAirports erheblich beeinträchtigt», so Gaskell.

In den letzten zwei Jahren seien bereits Massnahmen eingeleitet worden, um die Lärmbelastung zu reduzieren, «insbesondere in den sensiblen Nachtstunden zwischen 23 und 24 Uhr», führt sie aus. Ferner würden aktuell mit Vertretern von Gemeinden, Kantonen, Fluggesellschaften und Anrainerverbänden verstärkte Massnahmen erörtert. «Langfristig bekommt der Flughafen ein verbindliches Lärmkorsett», sagt Gaskell.

Eine Umsetzung der von der Initiative verlangten Massnahmen brauche aber den Beschluss des gesamten Verwaltungsrats. Und eine entsprechende Verfügung hänge vom Transportministerium in Paris ab.

Wirtschaft kritisiert Initiative

Derweil lässt die Handelskammer im Regionaljournal Basel verlauten, keine Freude an der Initiative zu haben. Gemäss Präsident Martin Dätwyler müsse ein Landesflughafen auf die Nachfrage reagieren können. Zudem arbeite der Flughafen an Vorschlägen zur Lärmreduktion. Auch Basels Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin fände es sinnvoller, den Lärm anstatt das Wachstum des Flughafens zu begrenzen.

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