30.11.2018 16:15

UN-KlimakonferenzGrüne wollen Klimagipfel in die Schweiz holen

Der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro zieht die Kandidatur für die UN-Klimakonferenz 2019 zurück. Die Grünen fordern, dass die Schweiz einspringt.

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pam
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Dieser grimmige Mann will keine UN-Klimakonferenz in seinem Land durchführen: Jair Bolsonaro, designierter Präsident.

Dieser grimmige Mann will keine UN-Klimakonferenz in seinem Land durchführen: Jair Bolsonaro, designierter Präsident.

AP/Eraldo Peres
«Es ist katastrophal, dass Bolsonaro wie Trump kurzfristige Profitinteressen über die Zukunft des Planeten und der Menschheit stellt», kritisiert Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Sie will erreichen, dass die Schweiz anstelle von Brasilien die Konferenz ausrichtet.

«Es ist katastrophal, dass Bolsonaro wie Trump kurzfristige Profitinteressen über die Zukunft des Planeten und der Menschheit stellt», kritisiert Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Sie will erreichen, dass die Schweiz anstelle von Brasilien die Konferenz ausrichtet.

Keystone/Patrick Huerlimann
Grundsätzlich richtet Bonn, der Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, die Konferenzen aus - ausser es stellen sich andere Länder zur Verfügung. Im Bild die Konferenz in Warschau 2013.

Grundsätzlich richtet Bonn, der Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, die Konferenzen aus - ausser es stellen sich andere Länder zur Verfügung. Im Bild die Konferenz in Warschau 2013.

UNclimatechange / flickr

Der rechtsradikale angehende brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Kandidatur seines Landes als Gastgeber für die UN-Klimakonferenz nächstes Jahr zurückgezogen. Man habe die finanziellen Mittel nicht, um eine Konferenz für 25'000 Teilnehmer auszurichten, begründete Bolsonaro seine Entscheidung. Er befürchtet, bei weiteren Klimaschutzmassnahmen den Regenwald nicht mehr abholzen zu dürfen, und will wie Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen.

«Es ist katastrophal, dass Bolsonaro wie Trump kurzfristige Profitinteressen über die Zukunft des Planeten und der Menschheit stellt», kritisiert Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Sie will erreichen, dass die Schweiz anstelle von Brasilien die Konferenz ausrichtet. Ihre Fraktion will dazu nächste Woche eine Anfrage an den Bundesrat richten. Falle die Antwort negativ aus, werde man überparteiliche Unterstützung suchen.

Konferenz kostet 70 Millionen Euro

Grundsätzlich richtet Bonn, der Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, die Konferenzen aus - ausser es stellen sich andere Länder zur Verfügung. Dies waren in den letzten Jahren Frankreich, Marokko oder Peru. Das deutsche Finanzministerium rechnet für Konferenzen in Bonn mit Kosten von rund 70 Millionen Euro.

«Indem die Schweiz als Gastgeberin einspringt, zeigt sie, dass sie im internationalen Klimaschutz eine Führungsrolle übernehmen will», sagt Rytz. Gerade die vom Klimawandel stark betroffene Schweiz müsse ein Zeichen setzen. Rytz verweist auf aktuelle Studien, die zeigen, dass bei gleichbleibendem CO2-Ausstoss die Sommertemperatur im Tessin um durchschnittlich 4,5 Grad steigen könnte.

Genf käme als Austragungsort infrage

Dass die Ausrichtung einer Konferenz für Teilnehmer aus aller Welt den Bund Millionenbeträge kostet, hält Rytz für vertretbar. «Die diesjährige Konferenz findet in Polen statt. Wenn ein Land mit tieferer Wirtschaftsleistung das stemmen kann, ist das für die Schweiz tragbar.» Sie denkt dabei an den Standort Genf, der bestens für internationale Konferenzen gerüstet sei. In Genf fand 1996 bereits einmal eine UN-Klimakonferenz statt.

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