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Neues KlimapapierGrüne wollen Verkauf von Benzin-Autos ab 2025 verbieten

Die Grünen fordern in ihrem neuen Klimaplan einen grundlegenden Wandel der Wirtschaft. Ziel ist, bis 2030 die Emissionen in der Schweiz um 50 Prozent zu senken.

von
Leo Hurni
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Die Grünen, hier mit Präsident Balthasar Glättli, fordern in ihrem neuen Klimapapier eine «klimapositive Schweiz».

Die Grünen, hier mit Präsident Balthasar Glättli, fordern in ihrem neuen Klimapapier eine «klimapositive Schweiz».

Beat Mathys
Der Klimaplan der Grünen sieht umfassende Massnahmen vor. Diese betreffen unter anderem das persönliche Konsumverhalten, die Landwirtschaft, aber auch den Verkehr.

Der Klimaplan der Grünen sieht umfassende Massnahmen vor. Diese betreffen unter anderem das persönliche Konsumverhalten, die Landwirtschaft, aber auch den Verkehr.

20 Minuten / Marco Zangger
Erreichen wollen sie das mit umfassenden Massnhamen. So sollen ab 2025  keine neuen fossil betriebene Personenkraftwagen mehr zugelassen werden.

Erreichen wollen sie das mit umfassenden Massnhamen. So sollen ab 2025 keine neuen fossil betriebene Personenkraftwagen mehr zugelassen werden.

Urs Jaudas

Darum gehts

  • Die Grünen präsentieren am Dienstag ihr neues Klimapapier.

  • Darin fordern sie eine klimaneutrale Schweiz bis 2030.

  • Dafür sollen 50 Prozent der Emissionen in der Schweiz und 50 Prozent im Ausland reduziert werden.

  • Sie gehen aber noch weiter: Bis 2040 soll die Schweiz «klimapositiv» werden.

  • Erreichen wollen sie das mit umfassenden Massnahmen. Unter anderem sollen ab 2025 keine neuen fossil betriebene Personenkraftwagen mehr zugelassen werden.

Der Klimaschutz in der Schweiz muss beschleunigt werden, geht es nach der Grünen Partei. Das fordern sie in ihrem neuen Positionspapier zur Klimapolitik, das sie am Dienstag veröffentlicht haben. Helfen soll dabei auch das neue CO2-Gesetz, ein «unverzichtbarer Zwischenschritt», über den das Volk voraussichtlich diesen Sommer abstimmen wird. Bis 2030 soll die Schweiz klimaneutral werden, bis 2040 fordern die Grünen eine «klimapositive Schweiz» – also, dass auch im In- und Ausland zur Reduktion der Emissionen in der Atmosphäre beigetragen wird.

Erreichen wollen die Grünen ihr Ziel mittels «dem Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stärkung der Kreislaufwirtschaft und Innovationen sowie dem endgültigen Ausstieg aus den fossilen Brenn- und Treibstoffen.» Die Schweiz trage dabei als Hauptsitz vieler multinationaler Unternehmen und einer der einflussreichsten Finanzplätze der Welt eine verantwortliche Rolle.

Umfassende Massnahmen

Der Klimaplan der Grünen sieht umfassende Massnahmen vor. Diese betreffen unter anderem das persönliche Konsumverhalten, die Landwirtschaft, aber auch den Verkehr. Dort schlägt die Partei konkret folgende Massnahmen vor:

Verbot von Verbrennungsmotoren: Ab 2025 sollen keine neuen fossil betriebene Personenkraftwagen mehr zugelassen und die Elektromobilität ausgebaut werden.

Mobility Pricing: Die Anzahl der mit Pkw zurückgelegten Kilometer in den grösseren Agglomerationen wird bis 2040 durch die Einführung von Road Pricing oder einer Lenkungsabgabe halbiert.

• Der Import von Fahrzeugen wird nach Emissionen und Gewicht besteuert.

• Rabatte für Nachtzüge und grundsätzlich günstigere ÖV-Tarife.

• Nachtflugsperre an allen Flughäfen, die acht Stunden Schlaf garantiert.

Kerosinsteuer und den Einbezug des Flugverkehrs in internationale Klimaabkommen.

• Europa-Flüge in Städte, die in weniger als 8 Stunden mit dem Zug zu erreichen sind, sollen der Vergangenheit angehören.

Ausbau des Gebäudesanierungsprogramms

Daneben wollen die Grünen einen «massiven Ausbau der erneuerbaren Energien und der Ausbau des Gebäudesanierungsprogramms.» Dafür sollen jährlich zwei bis drei Milliarden Franken investiert werden, bis die entsprechenden Instrumente gesetzlich verankert sind. Zudem fordern sie einen massiven Ausbau der Velo- und Fussgängerinfrastrukturen.

Die Forderungen der Grünen stehen dabei im Gegensatz zu den Plänen des Bundesrats, der 2019 beschlossen hat, dass die Schweiz ab dem Jahr 2050 unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen soll. Das entspricht dem Pariser Abkommen, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Das Pariser Abkommen

Das Übereinkommen von Paris hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird. Damit wird die bisherige Unterscheidung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern weitestgehend aufgehoben. Ebenfalls Ziel ist eine Ausrichtung von staatlichen und privaten Finanzflüssen auf eine treibhausgasarme Entwicklung sowie eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an ein verändertes Klima.

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1765 Kommentare
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Tackle

13.01.2021, 17:48

Sehr fern von der realität. Stopt die Ökotiktstur. Nein zum co2 gesetz

Mushaha

13.01.2021, 17:01

Ha! Kein Benzin? kauf mir wieder Diesel

Ökozwerg

13.01.2021, 13:12

Es hilft nur eins: bewusst handeln. Nicht mit dem Auto zum Einkaufen, sondern mal ein paar Meter Laufen oder Velofahren. Statt Obst in Plastiktüten packen, ein paar Jutesäcke mitnehmen. Statt Salat in Plastikschale kaufen selber einen anrichten. Das Sandwich auch und in eine Frischhaltebox packen. Ein kaputtes Elektrogerät reparieren (lassen) und nicht gleich wegwerfen. Schuhe kann man neu besohlen lassen und ein Loch in der Hose ist schnell geflickt. Klingt banal. Und super öko. Macht also nicht grad an. Aber würden wir unsere bequeme Wegwerf und will immer das Neueste haben Mentalität ändern, könnten wir viel schneller viel mehr bewegen als mit den unausgegorenen Ideen der Grünen.