Aktualisiert 28.02.2014 07:26

Baustoff

Grüner Bauen dank neuartigem Material

Der Baustoff Zement ist schädlich fürs Klima. Eine umweltfreundliche Alternative entwickelt die ETH Lausanne.

von
Claudia Hoffmann
Dieses Haus auf Kuba entsteht aus klimaschonendem Zement. (Bild: F. Martirena/Ecosur)

Dieses Haus auf Kuba entsteht aus klimaschonendem Zement. (Bild: F. Martirena/Ecosur)

In Schwellenländern wie China oder Indien schiessen neue Gebäude wie Pilze aus dem Boden. Damit steigt auch der Bedarf an Baumaterialien – unter anderem an Zement, der zum Mischen von Beton benötigt wird. Ein Problem für die Umwelt. Denn bei der Herstellung von Zement wird klimaschädliches CO2 freigesetzt – etwa fünf Prozent der weltweiten Emissionen. Mehr als die Hälfte des CO2 entsteht durch eine chemische Reaktion beim Erhitzen von Kalk, dem Hauptbestandteil von Zement.

Eine klimafreundliche Alternative haben nun Forschende der ETH Lausanne entwickelt. Dazu ersetzten sie einen Teil des gebrannten Kalks durch gebrannten Ton. Der Vorteil: Ton produziert beim Brennen kaum CO2. So lassen sich die Emissionen um bis zu 40 Prozent senken. «Wichtig ist, dass das Material auch genauso stabil ist wie herkömmlicher Zement», sagt die Materialwissenschaftlerin Karen Scrivener.

Dass es sich tatsächlich für den Hausbau eignet, konnten die Forschenden bereits in einem Bauprojekt in Kuba beweisen. «Besonders tropische und subtropische Länder können vom neuen Zement profitieren», sagt Scrivener. Denn diese verfügen über grosse Vorräte jener Art von Tonerde, die zur Herstellung benötigt wird. Um dieses Potential zu nutzen, führen die Forschenden nun im Auftrag des Bundes ein Projekt zusammen mit indischen Partnern durch. Derzeit laufen weitere Tests, um das Material für die Bauindustrie zertifizieren zu lassen. Ziel ist, den neuen Baustoff bis in drei Jahren in Indien auf den Markt zu bringen.

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