Aktualisiert 15.12.2019 19:34

Storch aus dem Zoo Basel

«Grüsel» Lenny snackt den ganzen Winter lang Abfall

Lenny, der berühmteste Storch aus dem Basler Zolli, hat sein Winterquartier bezogen. Sein GPS-Tracker verrät: Er füllt sich gerade den Bauch auf einer spanischen Müllhalde.

von
jd
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Lenny der berühmte Storch aus dem Zoo Basel hat sein liebstes Winterquartier bezogen: Eine Müllkippe in Andalusien.

Lenny der berühmte Storch aus dem Zoo Basel hat sein liebstes Winterquartier bezogen: Eine Müllkippe in Andalusien.

zoo Basel (t.weber)
Störche fliegen oft nicht mehr bis Afrika, sondern bleiben in Spanien: Die offenen Abfallfelder sind für die Vögel zu verlockend.

Störche fliegen oft nicht mehr bis Afrika, sondern bleiben in Spanien: Die offenen Abfallfelder sind für die Vögel zu verlockend.

zoo Basel (t.weber)
Auf den Müllhalden liegen allerdings auch giftige Abfälle, an denen jährlich mehrere Hundert Tiere verenden.

Auf den Müllhalden liegen allerdings auch giftige Abfälle, an denen jährlich mehrere Hundert Tiere verenden.

jah

Etwa drei Wochen dauerte Lennys Reise von Basel in den Süden. Anfang September verkündete der Zolli, dass es sich die Storchen-Berühmtheit auf seiner «liebsten» Mülldeponie Burguillos in der Nähe von Sevilla gemütlich gemacht hat. Lennys innere Uhr ist dabei ziemlich genau getaktet: Während er 2018 am 10. September die Ziellinie erreicht hatte, war es dieses Jahr nur einen Tag früher, am 9. September.

Wo sich Lenny gerade so herumtreibt, kann 1:1 verfolgt werden. Der Storch ist mit einem Sender ausgestattet, der es seinen Fans ermöglicht, stets auf dem Laufenden zu bleiben.

«Mülldeponien beinflussen Verhalten der Störche»

Experten beobachten Lenny und seine Kollegen mit wachsamen Augen. Denn: Die Tatsache, dass viele Störche nicht mehr in Westafrika, sondern auf Bergen von Abfall in Südspanien überwintern, bereitet den Spezialisten Sorgen. «Die Mülldeponien Spaniens beeinflussen das Verhalten der Störche, was ihrer Gesundheit und ihrem Verhalten nicht unbedingt zugute kommt», schreibt der Zolli am 12. Dezember auf seiner Facebookseite.

Die Nahrung auf den grossen, offenen Mülldeponien wirkt auf die Störche verlockend, doch gesund ist ein Aufenthalt dort nicht. «Leider können die Störche nicht wissen, wie gefährlich ihr Verhalten sein kann. Die Gefahr, sich auf den Müllkippen zu verletzen oder zu vergiften, ist gross», begründet der Zolli.

Fans sorgen sich um Lenny

Im Sommer 2018 stimmte die Geschichte von zwei Basler Jungstörchen viele Vogelfreunde traurig: Die beiden Tiere hatten sich in Plastikmüll und Schnüren verheddert. Einer der Störche starb einen qualvollen Tod in seinem Nest. Sein Geschwisterchen konnte befreit und ins Nest zurück gesetzt werden.

Auch viele Lenny-Fans sind besorgt um die Gesundheit ihres Lieblings. «Ich denke auch, dass viel Schrott auf Mülldeponien rumliegt. Hoffen wir, dass die Störche und Lenny gesund weiterziehen dürfen», kommentiert jemand. Eine andere Userin schreibt: «So schön Lenny zu sehen, auch wenn er ein ‹Grüsel› ist.»

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