Horror-Stürze in Kitzbühel: Grugger könnte noch lange im Koma liegen
Aktualisiert

Horror-Stürze in KitzbühelGrugger könnte noch lange im Koma liegen

Hans Grugger wird nach seinem Horrorsturz weiter im Tiefschlaf gehalten. Der Fall ähnelt immer mehr jenem von Daniel Albrecht vor zwei Jahren.

von
Herbie Egli

Der Zustand des 29-jährigen Österreichers ist auch vier Tage nach seinem brutalen Sturz auf der Streif weiter stabil. Die Ärzte der Uni-Klinik Innsbruck geben sich vorsichtig optimistisch und sind mit dem Heilungsverlauf zufrieden. Meldungen über ein vorzeitiges Einleiten der Aufwachphase haben sich aber nicht bestätigt. Wie lange Grugger noch im künstlichen Koma gehalten wird, kann nur schwer abgeschätzt werden.

Der Salzburger erlitt wie Albrecht 2009 ein Schädel-Hirn-Trauma. Ausserdem zog er sich beim Horror-Sturz am Donnerstag Rippenbrüche und eine Lungenquetschung zu. In einer rund fünfstündigen Notoperation wurde Grugger erfolgreich ein Blutgerinnsel im Kopf entfernt. Die ärztliche Direktorin der Uni-Klinik-Innsbruck, Alexandra Kofler, sagte nach dem ersten Eingriff: «Der Gesamtschaden ist noch nicht absehbar. Er wird lange im Koma sein.»

Das Leiden der Angehörigen

Gruggers Eltern und seine Freundin, die ehemalige Skirennfahrerin Ingrid Rumpfhuber, sind täglich am Krankenbett. Es ist die schwierigste Zeit ihres Lebens. Auch wenn sie mit Informationen der Ärzte versorgt werden, ausrichten können sie nichts. Es bleibt ihnen nur die Hoffnung. Dies war bei Albrecht nicht anders. Seine Eltern und die Freundin Kerstin «wachten» täglich an Danis Bett in der Uni-Klinik Innsbruck.

Albrechts langer Weg zurück

Daniel Albrecht lag nach seinem Horror-Sturz vor zwei Jahren ebenfalls mit einem Schädel-Hirn-Trauma dreieinhalb Wochen in der Uni-Klinik Innsbruck im künstlichen Tiefschlaf. Der Walliser erlitt zudem Lungenschrumpfungen und bekam durch eine Lungenentzündung Fieber. Auch bei ihm hiess es zwischenzeitlich, die Aufwachphase werde eingeleitet, was aber nicht passierte. Nach fast einem Monat atmete die Schweiz und die Ski-Welt endlich auf. Albrecht wurde aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt.

Für den Kombinations-Weltmeister von 2007 begann der lange Weg zurück. Er hatte während dem Koma 15 Kilogramm an Gewicht verloren. Der Walliser musste praktisch von Grund auf wieder alles lernen. Als er in Innsbruck aus dem Koma aufwachte, trat einmal die Physiotherapeutin ins Zimmer. Albrecht fragte sie: «Kann es sein, dass ich Sie schon einmal gesehen habe?» Es war seine Freundin Kerstin.

Weltcup-Comeback nach fast zwei Jahren

Für die Rehabilitation wurde der vierfache Weltcupsieger von Innsbruck ins Inselspital Bern überführt. Nach gut zwei Monaten konnte er dieses verlassen. Damals dachte noch niemand daran, dass der Fiescher irgendwann wieder in den Weltcup zurückkehren würde. Fast zwei Jahre nach seinem Horror-Sturz gab Albrecht im Dezember im Riesenslalom in Beaver Creek aber sein Comeback. Auch wenn noch immer nicht alle Mechanismen so funktionieren, wie vor dem schweren Unfall.

Hans Grugger liegt noch immer im künstlichen Tiefschlaf in der Uni-Klinik Innsbruck. Es wäre ihm zu wünschen, dass seine Leidensgeschichte das gleiche Happyend erfährt wie jenes von Albrecht.

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