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Lebensmittelabgabe«Grundsätzlich ist unsere Hilfe bedingungslos»

Die Pfarrei Littau setzt sich mit ihrer Futterkrippe gegen Food Waste und Armut ein. Das Angebot wird auch bei jungen Leuten immer beliebter.

von
Gianni Walther
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In der «Futterkrippe» in Littau werden günstig Lebensmittel verteilt.

In der «Futterkrippe» in Littau werden günstig Lebensmittel verteilt.

Margrith Käppeli
Mit dem Projekt will die Pfarrei St. Theodul in Littau Lebensmittelverschwendung mindern und Bedürftige unterstützen.

Mit dem Projekt will die Pfarrei St. Theodul in Littau Lebensmittelverschwendung mindern und Bedürftige unterstützen.

Margrith Käppeli
Die Lebensmittel erhält die «Futterkrippe» von verschiedenen Unternehmen. Diese können die Lebensmittel nicht mehr im Handel verkaufen.

Die Lebensmittel erhält die «Futterkrippe» von verschiedenen Unternehmen. Diese können die Lebensmittel nicht mehr im Handel verkaufen.

Margrith Käppeli

Darum gehts

  • In der «Futterkrippe» im Luzerner Stadtteil Littau werden günstig Esswaren abgegeben, die sonst im Abfall landen.

  • Mit dem Projekt sollen auch Bedürftige unterstützt werden.

  • In letzter Zeit kommen immer mehr jüngere Leute zur «Futterkrippe».

  • Die «Futterkrippe» soll sich auch zu einem Treffpunkt entwickeln, wo Leute ihre Sorgen mitteilen können.

Sechsmal wöchentlich öffnet die «Futterkrippe» im Luzerner Stadtteil Littau ihre Tore: Dort werden Lebensmittel verteilt, die zwar noch einwandfrei sind, jedoch von Grossverteilern nicht mehr verkauft werden können. Initiiert hat das Projekt gegen Food Waste Angelika Koch von der Pfarrei St. Theodul Littau. Die Lebensmittel werden für einen kleinen Unkostenbeitrag von einem Franken abgegeben, auch damit gerade in der aktuellen Zeit Bedürftige unterstützt werden können, heisst es im Pfarreiblatt. Die Lebensmittel stammen etwa von Aldi, der Bäckerei Macchi, der Rooter Firma Fredag oder dem Kühltransportunternehmen Blättler in Littau.

«Es hat oft viele Leute», sagt Angelika Koch. «Täglich sind es 25 Personen oder mehr, die bei uns vorbeikommen.» Gewisse Personen kommen laut Koch regelmässig. «Es sind aber immer wieder auch Menschen, die noch nie bei uns waren. Und in der letzten Zeit kommen auch immer mehr junge Menschen», sagt Koch.

Pfarrei prüft weitere Angebote

«Es sind beispielsweise Personen darunter, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, sowie Alleinerziehende.» Auch sogenannte «Working Poor» besuchen die Futterkrippe, also Personen, die es trotz Arbeit mit ihrem Einkommen nicht über die Armutsgrenze schaffen. «Es sind aber auch Personen dabei, die etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun wollen», so die Sozialdiakonin.

Betrieben wird das Angebot von mehreren freiwilligen Helfern. Wer zur «Futterkrippe» komme, werde nicht nach den Gründen gefragt. Ein Austausch findet aber trotzdem statt: «Natürlich kennen wir mittlerweile viele und wissen so von einigen Schicksalen, aber grundsätzlich ist unsere Hilfe bedingungslos», sagt sie.

Seit ihrem Bestehen wurde das Angebot der «Futterkrippe» immer wieder erweitert – etwa durch einen offenen Kleiderschrank mit Second-Hand-Kleidung und einem «Café Zwischenhalt». Nun sucht die Pfarrei nach Bistrotischchen. Damit soll in Zukunft ein besserer Austausch zwischen Besuchern und Helfern der «Futterkrippe» möglich werden.

Und für die Zukunft gibts noch weitere Pläne. «Wir können uns vorstellen, einmal in der Woche Suppe oder Kaffee anzubieten», sagt Koch. Eine weitere Idee sei, direkt bei der «Futterkrippe» ein niederschwelliges Seelsorge-Angebot einzurichten.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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